01.06.2015
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Flughafen-Abkürzungen – Hieroglyphen auf dem Flugticket

Flugtickets mit ihren Abkürzungen verstehen dafür reicht Schulenglisch nicht immer aus. Was Departure Time (Abflugzeit) und Destination (Zielort) auf dem Passagierschein bedeuten, können sich die meisten Flugreisenden noch vorstellen. Doch bei rätselhaften Abkürzungen wie PAX, SXF oder IT fängt das große Raten an. Und was steckt hinter den kryptisch klingenden Buchstabenkombinationen CONJ. TKT. NO oder DUS LH X/HAJ LH SXF? Eine geheime Botschaft vielleicht? Keineswegs: Alle englischsprachigen Abkürzungen und Codes stammen aus dem umfangreichen Register der International Civil Aviation Organization (ICAO), die Fachausdrücke des internationalen zivilen Luftfahrtverkehrs vereinheitlicht hat. Jeder Flughafen und jede Airline bekommt ein bestimmtes zwei- oder dreistelliges Kürzel. Auf diese Weise kann jeder Flughafenschalter-Mitarbeiter auf jedem Kontinent jedes Flugticket verstehen und im Handumdrehen den Kunden korrekt bedienen.

Was bedeutet DUS LH X/HAJ LH SXF?

Wenn man erst einmal das Prinzip der ICAO-Abkürzungen verstanden hat, fällt zumindest die “Übersetzung der zwei- bis dreistelligen Krypto-Kürzel leicht. “DUS, “HAJ und “SXF sind die Abkürzungen für die deutschen Flughäfen Düsseldorf, Hannover und Berlin-Schönefeld. LH steht für die Lufthansa. Also bedeutet der gesamte Buchstabensalat, dass der Flug mit der Lufthansa von Düsseldorf über Hannover weiterhin mit der Lufthansa bis nach Berlin-Schönefeld geht. Vor der gesamten Formel steht auf dem Ticket übrigens Fare Calculation, die Flugpreisberechnung. Das X vor Hannover heißt außerdem, dass man seine Reise in der Messestadt nicht einfach unterbrechen darf, sondern gleich weiter in die Bundeshauptstadt fliegen muss.

So weit, so gut. Nach diesem Muster kann sich der geografiekundige Air-Traveller jetzt die Abkürzungen weiterer bekannter internationaler Flughäfen erklären (FRA: Frankfurt; AMS: Amsterdam; LHR: London-Heathrow, JFK: New York, John F. Kennedy-Airport), und bei zweistelligen Codes wie “LH, “LTU oder “BA für British Airways ist auch der Name der gebuchten Airline schnell bekannt. Doch damit ist die Flugscheinkunde bei weitem noch nicht an ihrem Ende angelangt.

Ticket gibt Auskunft über (fast) alles

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Viele Informationen auf einem kleinen Stück Papier, darunter Ausstellungsort des Tickets, Reiseroute und -datum.

Viele Informationen auf einem kleinen Stück Papier, darunter Ausstellungsort des Tickets, Reiseroute und -datum.

Auf den gewöhnlichen ca. 20 x 10 cm großen Flugtickets stehen mehr Informationen, als man zunächst glauben mag. Jeder Flugschein ist in verschiedene Sektoren strukturiert, auf dem Sachbearbeiter an einem Flughafenschalter oder die Flugbegleiter unter anderem ablesen können, wo das Ticket ausgestellt wurde, in welcher Sitzplatzkategorie der Passagier reist, wie viel Gepäck er an Bord nimmt und natürlich auch die Abflugs- und Ankunftszeit.

Beim Date of Issue erkennen die Ticketbesitzer das Ausstellungsdatum, der Ausdruck Issue by erläutert, für welche Fluggesellschaft der Schein ausgestellt wurde. Wenn man hintereinander mit mehreren Fluggesellschaften reist, steht in der Regel auf dem Ticket die erste Airline.

Origin/Destination gibt im nun bekannten Drei-Stellen-Code an, wo die Flugreise beginnt und wo der Flieger landet. Manchmal steht bei diesem Punkt noch das Kürzel SITI. Dabei handelt es sich übrigens nicht um das Internationale Such-Projekt nach Außerirdischen (SETI), sondern darum, dass der Flug im selben Land beginnt, wo das Ticket erworben wurde (Sales Inside Ticket Inside). Und die Ticket-Hieroglyphe Iss.Agt.Id fragt natürlich nicht, ob man Geheimagent ist, sondern gibt das Büro oder den Ort an, wo das Ticket erworben wurde.

Was verrät das Ticket über den Passagier?

UM, CHD, INF: Besonders jungen Familien, die eine Flugreise unternehmen, wird dieser Zusatz unter dem Name of Passenger (Passagiernamen) aufgefallen sein. Unter UM versteht man in der Ticket-Welt einen unaccompanied minor, also ein alleinreisendes Kind bis zwölf Jahre, CHD steht für Child (Kind), INF bedeutet Infant (Baby). Das DOB ist die Abkürzung für Day of Birth, also das Geburtsdatum. Die Fare Basis auf einem Ticket erläutert, mit welchem Tarif man in der Luft unterwegs ist (studentenermäßigt, Vielflieger, Kind, etc.).

Vorsicht: NS heißt No Seat!

Unter Class finden Fluggäste auf ihrem Schein die jeweiligen Buchungsklassen, die mit Buchstaben abgekürzt werden: Wer ein F oder P auf seinem Ticket findet, darf sich auf reichlich Gratis-Drinks, zusätzliche Beinfreiheit, mehr Handgepäck und sonstige Extras freuen, weil er dann Erste Klasse fliegt. Auch die Business Class, Kürzel C, bietet sicherlich immer noch reichlich Komfort. Ein wenig enger und spartanischer dafür aber deutlich billiger geht es in der Economy Class zu, die in der Fachsprache mit Q, H, M, B oder K abgekürzt wird.

Interessant wird es noch einmal in der Sparte Status: Steht hinter diesem Ausdruck “OK, ist auf dem Ticket der Sitzplatz in der Maschine bestätigt. Auch bei einem selten auftretenden “RQ muss man sich in der Regel keine Sorgen machen. Die Abkürzung für On Request, bedeutet, dass der Sitzplatz angefordert ist und später zugewiesen wird. Erst beim Status-Zusatz NS (no seat) sollte man sich beim Reiseveranstalter erkundigen, weil in diesem Fall das Ticket keinen Sitzplatzanspruch erhebt. Und stehen will schließlich niemand während eines 10-stündigen Transkontinentalflugs.

Wichtig: Man sollte immer auf das Datum hinter Not valid before/after achten! Dort steht, dass das Flugticket nicht vor bzw. nach dem eingetragenen Datum gültig ist. Wer also seinen Urlaubs-Trip spontan verlängert und über das Valid-Datum hinauszieht, muss sich für die Heimkehr womöglich ein neues Transportmittel suchen.

Im “Herz des Flugscheines stehen oft die meisten Fachabkürzungen und Profi-Ausdrücke, die sich vorwiegend um Einschränkungen (engl. Endorsements/Restrictions) für den Fluggast drehen. Zu den am häufigsten vorkommenden Fachwörtern gehören non reroute hier ist der Tickettausch gegen eine andere Flugstrecke nicht möglich; non ref: Die Airline erstattet das Ticket nicht, wenn z.B. der Flug storniert wird.

Für Detailverliebte: Der PNR Code (Passenger Name Record) gibt die Buchungsnummer an, CONJ.TKT.NO ist die Nummer des Verbindungsflugscheines, wenn mehr als einer ausgestellt wurde. Außerdem stehen in der Ticketmitte die bekannten “Reiserouten-Formeln bzw. Fare Calculation wie “MUC LH X/HAJ LH SXF.

Erläuterungen zum Preis

A propos Fare, womit der Preis des Tickets in Euro gemeint ist: Die Tax gibt die Summe für Steuern und Gebühren an, die von Flughafen zu Flughafen einen enormen Anteil am Ticketpreis ausmachen können. DE ist übrigens das Kürzel für deutsche Steuern. Und wer in einer Gruppenreise unterwegs ist, findet in der Preisspalte auf seinem Ticket die Abkürzung IT, die keine Zusatzsteuer für Informationstechniken beim Flug ist, sondern lediglich “Inclusive Tour.

Noch einige Hinweise zur Bezahlung: Hinter Form of Payment sieht der Ticketinhaber, wie die Abrechnung läuft. Bei Invoice oder kurz: INV geht das Ticket auf Rechnung, bei Cash wird der Schein bar bezahlt. Ein Buchstaben-/Zahlencode wie EC 523200000000 deutet auf eine Zahlung mit Kreditkarte hin.

Manchmal kommt es bei der Buchung außereuropäischer Airlines vor, dass das Ticket in US-Dollar berechnet wird. Dieser Preis steht dann hinter dem Ausdruck Equiv. Fare Paid. Die Umrechnungsrate in die eigene Währung steht in diesem Fall meistens unter dem Punkt Endorsement.

Wieviel Gepäck darf mit?

Vor der Abreise stellt sich immer wieder dasselbe Problem: Welches T-Shirt passt noch in der Koffer, lässt man den dicken Wollpullover im Kleiderschrank zu Hause und wie schwer darf der Koffer für den Flug überhaupt beladen werden? Bevor man die halbe Garderobe in Flugkisten verpackt, ist zuerst ein Blick auf den Flugschein sinnvoll. Unter ALLOW (erlaubt) steht dort, wie viel der Koffer wiegen darf. Wer mehr als zugelassen am Check-In-Schalter aufs Rollband stellt, wird noch mal zur Kasse gebeten. Übergepäck kostet oft ein Prozent des Preises eines einfachen Erste Klasse-Fluges, kann allerdings auch deutlich teurer sein.

Unter PC (Piece Concept) steht auf dem Ticket, dass nur ein Gepäckstück in die Maschine darf, bei 2PC dürfen zwei Gepäckstücke mit an Bord usw. Steht im Gepäck-Bereich des Tickets ein X oder NO darf sogar überhaupt kein Gepäck ins Flugzeug das kommt häufiger bei jungen Fluggästen vor, die mit ihren Eltern reisen. Also, dann: Gute Reise!

Glossar 1: Deutsche Flughafen-Abkürzungen

DUS steht für Düsseldorf, MUC heißt München. Wie lautet aber das Kürzel für Baden-Baden, Saarbrücken und größere internationale Airports im Raum Deutschland?

AMS: Amsterdam

BRE: Bremen

BSL: Basel

CGN: Köln

DRS: Dresden

DTM: Dortmund

DUS: Düsseldorf

ERF: Erfurt

FDH: Friedrichshafen

FKB: Baden-Baden

FMO: Münster/Osnabrück

FRA: Frankfurt/M.

HAJ: Hannover

HAM: Hamburg

HHN: Frankfurt-Hahn

HOQ: Hof

LEJ: Leipzig

MLH: Basel

MUC: München

NUE: Nürnberg

PAD: Paderborn

RLG: Rostock

SCN: Saarbrücken

STR: Stuttgart

SXF: Berlin-Schönefeld

TXL: Berlin-Tegel

Glossar 2: Fachbegriffe aus dem zivilen Luftfahrtverkehr

Was ist ein 1Stop, wo am Flughafen befindet sich der Finger und wozu dient das Runway? Das folgende Glossar gibt Antworten:

1Stop: Verbindung mit Zwischenlandung

Airport Codes: Flughafen-Abkürzungen der ICAO

Approach: Landeanflug

Arrival: Ankunft

Arrival Time: Ankunftszeit

Baggage: Gepäck

Boarding: Einsteigen ins Flugzeug

Boarding-Card: Einsteige-/Boardkarte

Bulky Baggage: Sperriges Gepäck

Cargo: Fracht

Check-in: Fluggastabfertigung

City of Departure: Abflugort

Counter: Abfertigungsschalter

Dangerous Articles: Gefährliche Güter

Departure Time: Abflugzeit

Destination: Zielort

Economy-Class: Touristenklasse

Finger: Flugsteig, Verbindung zwischen Terminal und Flugzeug

Gangway: Fluggasttreppe

Gate: Warteraumausgang

Passenger-Handling: Passagier-Abfertigung

Runway: Start-/Landebahn

Security-Check: Sicherheitskontrolle

Take-off: Start des Flugzeugs