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Geschichte der Bundesrepublik Deutschland 1983

Das Jahr 1983

1983 ist das Jahr der Friedensdemonstrationen und des „heißen Herbstes“. Den Höhepunkt der von der Friedensbewegung veranstalteten Sternmärsche, Kundgebungen, Diskussionen und Konzerte bildet die bundesweite Großdemonstration am 22. Oktober mit weit über einer Million Teilnehmern. Nach langem Zögern kommt es im Herbst zu der Entscheidung des Jahres: Die NATO-Länder stimmen nach gescheiterten Abrüstungsverhandlungen in Genf und Wien geschlossen für die Stationierung von neuen US-Mittelstreckenraketen auf europäischem Boden. Eine schwere Niederlage für die Friedensbewegung. Mit dem Einzug der Grünen ins Parlament manifestiert sich der Wunsch vieler Wähler nach einer Alternative zu den etablierten Parteien. Damit schafft sich die ökologische Bewegung erstmals auf bundespolitischer Ebene ein Sprachrohr. Die großen Parteien sehen sich durch den Erfolg der Grünen gezwungen, den Umweltschutz ebenfalls zum Thema zu machen, um keine Wähler zu verlieren.

 

Was sonst noch geschieht: Die Veröffentlichung der gefälschten Hitler-Tagebücher durch die Illustrierte „stern“ geht als eine der größten journalistischen Fehlleistungen in die Pressegeschichte ein. Die Tagebücher, deren Echtheit Historiker von Anfang an bezweifelt hatten, erweisen sich bald als plumpe Fälschung. Ein journalistischer Offenbarungseid für den „stern“. Außerdem hat die Comic-Figur Werner ihren ersten Auftritt, tragen Millionen Deutsche plötzlich über Nacht eine Swatch-Uhr am Handgelenk und gibt Gudrun LandgrebeDie flambierte Frau“.

 

Mehr als eine Randnotiz: Am 28. November 1983 fliegt Ulf Merbold mit der US-amerikanischen Raumfähre „Columbia“ als erster bundesdeutsche Astronaut ins Weltall.

 

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