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Reichsgründer und Mythos

Hoch aufgerichtet, den Blick würdevoll geradeaus – so stehen in ganz Deutschland Statuen von Fürst Otto von Bismarck. Der erste Kanzler des Deutschen Reiches genießt noch heute große Verehrung: Von keiner anderen deutschen Persönlichkeit gibt es so viele Denkmäler. Im Bismarck-Jahr 2015 nähert sich der 200. Geburtstag des als Reichsgründer gefeierten Diplomaten.

Sein weltweit größtes Standbild steht in Hamburg: Über 34 Meter hoch ragt die dortige Bismarck-Statue empor. Das Standbild zeigt, dass der am 1. April 1815 geborene Otto Eduard Leopold von Bismarck-Schönhausen nicht nur politisch, sondern auch körperlich eine eindrucksvolle Erscheinung war: Noch zu Lebzeiten war der rund 1,90 Meter große Fürst Bismarck als guter Esser und Trinker sowie starker Raucher bekannt.

Otto Fürst von Bismarck-Schönhausen, Lichtbildporträt von 1862
Otto Fürst von Bismarck-Schönhausen als preußischer Ministerpräsident, 1862

"Blut und Eisen"

Nachdem er zunächst in Russland und Frankreich diplomatische Erfahrung gesammelt hatte, begründete Bismarck als preußischer Ministerpräsident seit 1862 seine später sprichwörtlich gewordene Politik von "Blut und Eisen": Militärische Macht war seiner Ansicht nach entscheidend, um nicht nur Preußens politische Vormachtstellung zu sichern, sondern auch die des gesamten deutschsprachigen Raumes. "Nicht durch Reden oder Majoritätsbeschlüsse werden die großen Fragen der Zeit entschieden, sondern durch Eisen und Blut", verkündete Bismarck bereits 1862 vor dem preußischen Abgeordnetenhaus, bevor er das preußische Militär aufrüsten ließ.

Die Einheit der zahlreichen deutschen Kleinstaaten war eines von Bismarcks größten Zielen – und er arbeitete unermüdlich darauf hin. Ein erster großer Schritt dahin war der hauptsächlich von Preußen beherrschte Norddeutsche Bund im Jahr 1967, mit Bismarck als Kanzler. Der zu großen Teilen von Bismarck selbst provozierte Deutsch-Französische Krieg führte schließlich auch zum Beitritt der südlichen Staaten Baden, Bayern, Württemberg und Hessen-Darmstadt – seit 1871 bezeichnete sich der Bund damit als Deutsches Reich. In Anerkennung seiner Verdienste erhielt der führende Politiker hinter der Reichsgründung den Titel "Fürst von Bismarck".

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