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Oregano als Antibiotikum – was hat es damit auf sich?

Oregano dürfte dem kulinarisch nicht ganz unaufgeschlossenen Deutschen in erster Linie als wesentlicher Bestandteil der italienischen Küche bekannt sein, insbesondere natürlich bei Pizza. Dass diese Pflanze aus der Familie der Lippenblütler, gemeinhin auch als Dorst bezeichnet, zugleich auch als Heilpflanze Verwendung findet, wissen indes die wenigsten. Und doch steckt so einiges in dieser Krautpflanze, die den für sie so charakteristischen, herb aromatischen Duft ausgibt.

Im folgenden Beitrag sollen die wesentlichen Charakteristika und Anwendungsbereiche von Oregano als Heilpflanze durchleuchtet werden - insbesondere im Wirkbereich der Antibiotika.

Oregano-Pflanzen
Oregano ist nicht nur wegen seines Duftes und herrlichen Geschmacks so beliebt – das enthaltene Carvacrol gilt als besonders gut wirkendes Antibiotikum.
Was steckt drin in dieser Heilpflanze?

Anders als die meisten der verwandten Lippenblütler, weist Oregano einen wesentlich intensiveren und aromatischen Geschmack auf. In den klassischen Anbaugebieten, die vor allem im mediterranen Raum des Mittelmeers liegen, verbinden sich bei intensiver Sonneneinwirkung die darin eingefassten Inhaltsstoffe. Wird allein schon dem Duft eine den Appetit anregende Wirkung zugesprochen, so gewinnt das Kraut durch erste Verarbeitungsschritte seine volle Wirkdichte. Getrockneter Oregano ist auch als Heilmittel nutzbar, sofern der Boden im Anbaugebiet eine hohe Kalkdichte aufweist.

Auch in unseren Gefilden wird Oregano angebaut. Die besondere Mischung des Bodens, insbesondere aus Kalk und Kies, macht die aus Südeuropa stammenden Pflanzenbestandteile jedoch deutlich wirksamer. Im Folgenden eine grobe Auflistung der für den medizinischen Zweck wichtigen Inhaltsstoffe.

Gerb- und Bitterstoffe

Ätherische Öle, v.a. Borneol, Thymol, Carvacrol, Crymol

Fungizide

Welche Wirkweise verspricht die Anwendung von Oregano?

Grundsätzlich gibt es eine umfassende und positiv stimmende Studienlage zur medizinischen Verwendung von Oregano. Der Trend zur „Naturheilmitteln“, die eine weitaus geringere Dichte an Nebenwirkungen aufweist, hat dazu beigetragen. Nicht zuletzt spielen aber auch die aus dem alten Griechenland überlieferten Daten eine Rolle, dass Oregano so etwas wie der „Shootingstar“ unter den natürlichen Antibiotika ist.

Angewandt werden Bestandteile aus Oregano die ätherischen Öle des Oregano insbesondere im Bereich des Mundes und des Rachens. Sie entfalten hier eine entzündungshemmende Wirkung, die auch bei Erkrankungen des Verdauungstraktes sowie verschieden gearteter Atemwegserkrankungen genutzt wird. Die vielfältige Wirkweise im Bereich von Magen, Darm, Leber und Galle ist durch Metastudien belegt. Das sind Studien, die eine größere Anzahl kleinerer klinischer Studien überprüfen und es erlauben, eine Gesamtaussage zur Wirkweise eines medizinisch verwendeten Inhaltsstoffes zu geben.

Sonderfall: Einsatz in der Aromatherapie

Die bereits angesprochene Wirkung, der im Oregano enthaltenen ätherischen Öle, findet insbesondere im Rahmen einer Aromatherapie Anwendung. Dabei handelt es sich um eine Grundanwendung von Heilpraktikern, die ätherische Öle zur Linderung von Krankheitssymptomen sowie zur allgemeinen Steigerung des Wohlbefindens nutzen. Als alternative Behandlungsform wird sie vor allem bei Befindlichkeitsstörungen eingesetzt, da sowohl der Geruchssinn als auch die Aufnahme mittels Inhalation eine positive Wirkung auf beteiligte Organe haben.

Interessierte Patienten sollten hier jedoch einen gemäßigten Umgang pflegen, denn die Abhängigkeit zur Dosis ist ein elementarer Grundbaustein bei der Vermeidung von allergischen Reaktionen. Im Rahmen einer Hautapplikation, also dem unverdünnten Auftragen auf der Haut, droht im Extremfall eine Hautreizung oder gar Verätzung. Das Risiko ist hierfür umso höher, als dass vielfach ätherische Öle aus nicht natürlichem Ursprung verwendet werden. Die Rede ist von synthetisch oder halb-synthetisch hergestellten Ölen. Allgemein gilt es jedoch behutsam vorzugehen, da immer auch ungewünschte Giftstoffe enthalten sein können.

Medizinische Anwendung auf Basis von (wirksamen) Oregano-Bestandteilen

Die Hauptwirkung ist sicherlich in Form der enthaltenen ätherischen Öle gegeben. Studien in den USA haben die Potenz von Oregano als Antibiotikum in Vergleich mit 18 weiteren Antibiotika zur Behandlung von Infektionen gestellt, hier insbesondere Infektionen mit MRSA-Staphylokokken. Hierbei handelt es sich um äußerst multiresistente Bakterien, die eine unrühmliche Rolle bei Wundinfektionen einnehmen. Sie können sich in den Schleimhäuten festsetzen oder aber auf der Haut wirken. Auch wenn MRSA-Staphylokokken in geringerem Maße als andere Staphylokokken-Arten auftreten, so ist das Infektionsgebiet bei dieser Krankheit doch schwerwiegender.

Ein hoher Einsatz von Antibiotika hat Bakterien, vor allem MRSA-Bakterien, unempfindlich gegenüber der Vielzahl an Antibiotika gemacht. Klassische Ansätze, MRSA wieder aus Schleimhaut und Hautregionen zu entfernen, basieren laut Robert-Koch-Institut auf einer Sanierung der MRSA-Träger. Hier vor allem mittels Nasensalbe, desinfizierend wirkenden Mundspülungen oder aber eine Anwendung antiseptischer Seifen.

Da im Oregano bestimmte Polyphenole enthalten sind, also Antioxidantien, können diese gezielt zur Anwendung bei auf herkömmliche Antibiotika-Gabe nicht ansprechende Infektionen genutzt werden. Mittlerweile weiß man zudem, dass weitere Bestandteile einen positiven Effekt auf die Gesundheit und den Heilungsverlauf von Infektionskrankheiten haben. So lautet eine These, dass durch Anwendung weitere Botenstoffe gehemmt werden, die anderenfalls die Bildung von Entzündungen begünstigen würden. Oregano und Oreganoöl zur Selbstmedikation findet sich in Form von Nahrungsergänzungsmitteln als Kapsel wieder. Dieses pflanzliche Wunderöl lässt sich in Reformhäusern oder in Online-Apotheken kaufen. Bei Online-Apotheken lohnt sich jedenfalls immer ein Vergleich nach Versandzeit und Preis wie es zum Beispiel bei Qomparo.de angeboten wird.

Weitere Hinweise zum Konsum von Oregano

Oregano ist, neben der bereits dargelegten Zusammensetzung aus Gerb- und Bitterstoffen, zudem als natürlicher Lieferant von Vitamin C bekannt. Die einzigartige Mischung führt zu einer antiseptischen Wirkung, die dann die Entzündung auf natürliche Weise hemmt. Im Bereich der Selbstmedikation wird Oregano in Form von Kapseln durch Heilpraktiker zur Linderung von Erkrankungen im Bereich von Krampf- oder Keuchhusten empfohlen. Im Volksmund wird zudem eine Wirkweise bei grippalen Infekten, leichtem Schnupfen oder Ausprägungen von Erkältungen assoziiert.

Von einer eigenständigen Applikation, die auf keine quantifizierbare medizinische Diagnose zurückzuführen ist, sollte jedoch abgesehen werden. Zwar sind die Wechselwirkungen mit klassischen Medikamenten bei Naturprodukten grundsätzlich geringer – eine abschließende Bewertung kann von Laien jedoch nicht vorgenommen werden. Die Rücksprache mit dem behandelnden Arzt ist daher meist ratsam.

Tabletten und Blister
Die Wirkstoffe in Oregano könnten in vielen Fällen eine nützliche Ergänzung darstellen - doch auch hier sollte man zusätzlich einen ärztlichen Rat einholen!
Fazit

Das äußerst breite Wirkspektrum von Oregano in der medizinischen Applikation ergibt sich aus der Zusammensetzung aus Gerb- und Bitterstoffen, Fungiziden sowie ätherischen Ölen. Sie ermöglichen eine Anwendung im Rahmen der Aromatherapie, in Form hochwirksamer Kapseln auch zur Linderung von allgemeinen Befindlichkeitsstörungen.

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