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Olympische Sommerspiele 2016: Lasst die Spiele beginnen!

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Zwei "Veteranen"

Mit besonderer Spannung erwartet werden die Sprint-Wettbewerbe und das Schwimmen. Denn in beiden Disziplinen nehmen zwei extrem erfolgreiche "Veteranen" teil: der jamaikanische Sprinter Usain Bolt und der US-amerikanische Schwimmer Michael Phelps.

Bolt holte bei der vergangenen Olympiade in London Gold in den Kategorien 100 Meter, 200 Meter und in der viermal 100-Meter-Staffel. Wegen einer Oberschenkelzerrung musste der Sprinter Anfang Juli 2016 die jamaikanische Olympia-Ausscheidung abbrechen. Doch bereits drei Wochen später konnte er beim Diamond-League-Meeting in London seine körperliche Fitness unter Beweis stellen und gehört damit nun offiziell zur jamaikanischen Aufstellung.

Der mehrfache Goldmedaillengewinner Michael Phelps hatte eigentlich seine Karriere 2012 beendet - unter anderem wegen Motivations- und Alkoholproblemen. Zwei Jahre später jedoch hatte er sich wieder gefangen und löste bei der US-Qualifikation sein Olympia-Ticket. Ob er an seine alten Erfolge anknüpfen kann, muss sich nun zeigen. Er könnte aber für seine Konkurrenten zu einem ernstzunehmenden Gegner werden.

Wie viele machen mit?

An der diesjährigen Olympiade nehmen 166 Länder teil. Die meisten Teilnehmer stellen die USA mit 555 Sportlern und Sportlerinnen, danach kommt Brasilien mit 465 Athleten und Deutschland liegt mit 425 Sportlern auf Platz drei in puncto Athletenzahl. Die deutschen Teilnehmer wollen die Medaillenausbeute der vergangenen Spiele von 2012 in London zumindest wiederholen. Bei 44 damals gewonnenen Medaillen wird allerdings das kein leichtes Unterfangen.

Russland ist nicht dabei?

Aufgrund einer Doping-Affäre, die sich bis hoch in die Regierung zog, hat der IOC Russland teilweise von den olympischen Spielen ausgeschlossen. Nur russische Sportler, die nachweisen können, dass sie nicht am Staatsdoping beteiligt waren, dürfen an den Spielen teilnehmen. Lediglich die Leichtathleten sind vollständig ausgeschlossen.

Der IOC Präsident Thomas Bach hatte sich gegen einen Generalausschluss aller russischen Sportler entschieden, weil er Unschuldigen nicht die Möglichkeit nehmen wollte, an den olympischen Spielen teilzunehmen. Diese Entscheidung wurde von einige Medien kritisiert, weil es laut ihrer Seite auch die Glaubwürdigkeit des Sports in Frage stellen würde.

Herausgekommen ist die Affäre um die russischen Sportler, weil die russische Sportlerin Julia Stepanowa 2015 in einer ZDF-Dokumentation darüber berichtete, dass sie selbst und andere russische Sportler systematisch gedopt hatten. Daraufhin wurde Richard McLaren von der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) aktiv. Er und sein Team stellten bei nachträglichen Überprüfungen fest, dass viele der Urin-Proben für die Winterspiele in Sotschi manipuliert wurden. Funktionäre sollen dabei Proben unter anderem durch Löcher in den Wänden der Toiletten ausgetauscht haben. Weitere Ermittlungen ergaben, dass nicht nur einzelne Trainer und Athleten betrogen haben, sondern dass die gesamte Aktion vom russischen Geheimdienst FSB und dem Sportministerium geplant und durchgeführt wurde.

TKR, 04.08.2016
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