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Nordsee-Urlaub mal anders: Auf den Spuren alter Schiffswracks

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Wrack der Mariann im Braderuper Watt vor Sylt
Seit 1965 liegt im Braderuper Watt vor Sylt das Wrack der "Mariann".
Sylt: Ein Segler brennt ab

Auch Sylt hat zwei Zeugen bewegter Seefahrt-Geschichte: Die Braderuper Heide auf Sylt ist wildromantisch, das Kliff fällt zum Wattenmeer ab, im Osten ist die dänische Küste zu erkennen. Und knapp 200 vor der hiesigen Küste ragen Planken aus dem Schlick – in der Form unverkennbar sind dies die Überreste eines Schiffes. Es ist das Wrack der "Mariann", ehemals ein stattlicher Drei-Mast-Schoner aus Schweden, ursprünglich transportierte dieses Schiff Getreide.

Die Geschichte der "Mariann" ist kurios: Anfang der 1960er Jahre schleppten Mitglieder einer Sylter Künstlergruppe das Schiff in den Hafen nach Munkmarsch. Dort wollten sie ein Café auf dem Segler eröffnen, doch das verboten die Behörden. Daraufhin gelangte die "Mariann" in das Braderuper Watt und wurde dort - halb gestrandet  - bis 1981 als privates Partyschiff genutzt. Dann brannte die "Mariann" aus ungeklärten Ursachen fast völlig ab. Während die meisten Wracks ihr Ende durch das Meer fanden, wurde sie ein Opfer des Feuers. Zum Wrack zu laufen, lohnt sich allerdings nicht - es gibt nichts zu sehen und es lauert knietiefer Schlick.

Brennender Frachter Pallas
1998 havariert der Frachter "Pallas" nach einem Brand vor Amrum. Durch austretenden Treibstoff kommt es zum größten Vogelsterben, das eine Ölpest je an deutschen Küsten verursacht hat.
Ein Wrack taucht auf

Dafür ist vor Hörnum auf Sylt vor Kurzem ein neues Wrack aufgetaucht: Plötzlich ragten meterlange Holzplanken aus dem Sand. Die Südspitze der Insel Sylt unterliegt derzeit einem deutlichen Abtragungsprozess. Dabei kann Verborgenes und Untergangenes wieder ans Licht kommen. Zu sehen ist das Wrack nur bei tiefer Ebbe. Das Holzschiff stammt vermutlich aus dem 17. Jahrhundert. Dabei handelt es sich um ein Plattbodenschiff aus Eiche und Nadelholz. Die sei typisch für diese Region, erklärte eine Sprecherin des Archäologischen Landesamtes.

Wahrscheinlich diente dieses Schiff zum Transport von Waren, solche Schiffe – Tjalks oder Ewer - waren einst die Arbeitstiere in den küstennahen Gewässern. Derzeit wird das gefundene Wrack untersucht und vermessen, eine 3-D-Ansicht soll erstellt werden, um mehr über dieses Wrack zu erfahren. "Bergen werden wir es wohl nicht", sagt Birte Anspach vom Landesamt. "Ausgrabung, Transport und Konservierung sind sehr aufwendig – deshalb untersuchen wir es vor Ort." Für Spaziergänger gilt hier und an anderen Wracks allerdings: Finger weg! Wer es beschädigt oder Teile davon abbricht, macht sich strafbar.

Nordsee-Tourismus-Service, 15.03.2017
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