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LEXIKON

Chomeini

[
xɔˈmɛini
]
Ruhollah Mussawi, eigentlich R. M. Hendi, iranischer Religionsführer und Politiker, * 24. 9. 1902 Khomein bei Isfahan,  3. 6. 1989 Teheran; aus einer schiitischen Gelehrtenfamilie stammend, studierte Chomeini 19141927 Theologie, islamische Rechtswissenschaften, Astronomie, Philosophie und Gnosis in Isfahan, Arak und Gom, wo er dann als Religionslehrer tätig war. Schon unter Riza Schah Pahlewi und vollends unter dessen Sohn Mohammed Riza Pahlewi, der Einfluss und Landbesitz der Mullahs beschränken wollte, agitierte Chomeini gegen das Schah-Regime in Iran. Nach seiner Verhaftung und Abschiebung in die Türkei 1963/64 ging er 1965 in den Irak und organisierte von dort aus den Widerstand gegen den Schah, der 1978 seinen Einfluss im Irak geltend machte, worauf Chomeini das Land verlassen musste und sich in der Nähe von Paris niederließ. Hier schürte er die beginnende iranische Revolution weiter, bis im Januar 1979 der Kaiser und die Kaiserin Iran verlassen mussten und er in seine Heimat zurückkehrte. In einer Volksabstimmung entschied sich die Mehrheit des iranischen Volkes für die Republik, woraufhin Chomeini die „Islamische Republik Iran“ proklamierte (April 1979). Eine vom Volk gebilligte neue Verfassung räumte der islamischen Geistlichkeit eine führende Stellung im Staatsapparat ein, wobei Chomeini die aus der schiitischen Lehre abgeleitete Position als Vali-e-Faghik („der herrschende Gottesgelehrte“) eingeräumt wurde, dem in allen politischen und religiösen Fragen eine letzte Entscheidungsbefugnis zusteht.
Bei der Geiselnahme in der amerikanischen Botschaft 19791981 stellte sich Chomeini hinter die Forderung der Geiselnehmer, die die Auslieferung des Schahs verlangten.
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