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Nobelpreise 2003

Alfred Nobel war nicht nur der Erfinder des Dynamits, sondern zugleich wohlhabender Geschäftmann und Schriftsteller-Amateur. Kurz vor seinem Tod verfügte er in seinem Testament, dass sein großes Vermögen zur Gründung einer Stiftung dienen solle, die alljährlich die besten Wissenschaftler auszeichnet. 1901, vier Jahre nach seinem Tod, wurde dann erstmals der Nobelpreis verliehen. Der Preis besteht aus einer Urkunde, einer Medaille und einem stattlichen Preisgeld, das sich zur Zeit bei rund 1,1 Millionen Euro bewegt. Der Nobelpreis beschränkt sich auf Fachrichtungen, die Nobel selbst einer Auszeichnung würdig erschienen. So hat er die Mathematik als rein theoretische Wissenschaft ausgeschlossen. Nur ein Fach ist seither dazugekommen: seit 1968 gibt es auch einen Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften, gestiftet von der Schwedischen Reichsbank Zwar haben andere Fachrichtungen ihre eigenen Auszeichnungen entwickelt, etwa die Fields-Medaille für Mathematik oder der Balzan-Preis für Soziologie und Politische Wissenschaften. Doch einen ähnlichen Bekanntheitsgrad wie der Nobelpreis hat bislang noch keine dieser Verleihungen erreichen können.

Friedensnobelpreis für iranische Frauenrechtlerin

Die 54-jährige Juristin und Menschenrechtlerin Shirin Ebadi wird für ihr Engagement bei der Demokratisierung Irans und ihren Kampf für mehr Menschenrechte mit dem diesjährigen Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Sie habe sich couragiert eingesetzt und dabei keine Rücksicht auf eine Bedrohung ihrer eigenen Person genommen, begründete das Norwegische Komitee seine Entscheidung. Ebadi, eine überzeugte Muslimin, sehe keinen Widerspruch zwischen dem Islam und fundamentalen Menschenrechten. Für sie sei entscheidend, dass der Dialog zwischen den verschiedenen Kulturen und Religionen bei ihren gemeinsamen Werten beginnen solle. Ebadi ist seit langen Jahren eine leidenschaftliche Aktivistin im Einsatz für mehr Rechte für Flüchtlinge, Frauen und Kinder. Sie gründete die „Association für Support of Children's Rights in Iran“ und veröffentlichte zahlreiche wissenschaftliche Bücher und Artikel zum Thema Menschenrechte. Als Anwältin vertrat sie viele kontroverse politische Fälle und versuchte unter hohem persönlichen Einsatz z.B.die tödlichen Angriffe auf Studenten der Universität in Teheran aufzuklären. Infolge solcher Aktivitäten wurde sie mehrfach inhaftiert. Das Komitee spricht mit der Preisvergabe die Hoffnung aus, dass diese Entscheidung das iranische Volk erfreuen wird und auch andere, speziell in der Muslimischen Welt, dazu inspiriert, sich für mehr Menschenrechte und Demokratie einzusetzen.

Coetzee erhält Literaturnobelpreis

Der Nobelpreis für Literatur geht in diesem Jahr an den Südafrikaner J.M. Coetzee. Der 63-jährige Schriftsteller ist nach Nadine Gordimer der zweite weiße Autor aus Südafrika, der mit der wichtigsten Würdigung der literarischen Welt ausgezeichnet wird. Seine Themen sind Rassismus und Doppelmoral. Bekannt wurde er mit Büchern wie „Schande“ oder „Der Junge. Eine afrikanische Kindheit“. Die Akademie begründete ihre Entscheidung, er portraitiere „die Teilhaftigkeit des Menschen an der Vielfalt des Daseins in oft überrumpelnder Weise“. Er sei ein „gewissenhafter Zweifler, schonungslos in seiner Kritik der grausamen Vernunft und der kosmetischen Moral der westlichen Zivilisation“. Zugleich würdigte sie seinen stilistischen Vatiationsreichtum. Zur grundlegenden Thematik in Coetzees Romanen zählen die Wertungen und Verhaltensweisen des südafrikanischen Apartheid-Systems, die jedoch ihm zufolge überall entstehen können. Der Autor lebt und arbeitet zur Zeit in der australischen Stadt Adelaide. Seine Werke sind in Deutschland beim S. Fischer Verlag erschienen.

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