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Neuseeland: Die Situation der Maori

Probleme trotz Abkommen

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Seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wird Neuseeland von europäischen Einwanderern geprägt. Die Beziehungen zu den Maori, den Polynesiern, die wahrscheinlich in mehreren Einwanderungswellen zwischen 800 und 1300 ins Land kamen, sind im Prinzip durch den Vertrag von Waitangi (1840) geregelt. Darin traten mehr als 500 Stammeshäuptlinge ihre Souveränität an die britische Krone ab; im Gegenzug wurden ihnen Schutz sowie die gleichen Rechte wie den britischen Bürgern zugesichert. Außerdem garantierte der Vertrag den Maori den Besitz ihres Landes, ihrer Wälder, Fischgründe und anderer Ressourcen. Probleme ergaben sich u.a. daraus, dass die englische und die Maori-Fassung des Vertrages sehr unterschiedliche Auslegungen zuließen. Trotz des Abkommens wurden beispielsweise viele Maori-Gebiete kurzerhand konfisziert.


Ausgrenzung

1975 wurde das Waitangi-Tribunal eingesetzt, bei dem Maori ihre Rechtsansprüche aus dem Waitangi-Vertrag anmelden können. Seit den 1990er Jahren erhielten eine Reihe von Stämmen daraufhin Entschädigungen für Landenteignungen. Trotz aller Bemühungen um ihre Kultur und trotz eines wachsenden politischen Engagements – 2004 wurde sogar eine Maori-Partei gegründet – fühlen sich viele Ureinwohner von der Regierung vernachlässigt und sozial ausgegrenzt. Die Arbeitslosenquote liegt unter den Maori doppelt so hoch wie der Landesdurchschnitt, junge Maori verlassen die Schule doppelt so häufig ohne Abschluss wie andere Jugendliche und die Lebenserwartung der Maori liegt um durchschnittlich acht bis neun Jahre unter der aller Neuseeländer.

aus dem n-tv Atlas 2008
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