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Neuroprothesen

Neuroprothesen – mit der Kraft der Gedanken

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Einfache Neuroprothesen in fünf Jahren

Entwickelt hat sie José del Millán mit seinem Team von der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne. „Wir haben bereits eine ganze Bandbreite an Prototypen“, sagt er der Tagesschau des Schweizer Fernsehens. „Behinderte können nicht nur ihren Rollstuhl oder Roboter mit Gedanken steuern, sondern auch eine Arm- oder Handprothese bewegen." Produktionsreif sind die Prototypen allerdings noch nicht. Millán hofft, dass die Technik in fünf Jahren reif genug sein werde für einfache Prothesen. „Für kompliziertere Modelle brauchen wir noch ein paar Jahre mehr.“

Man müsse erst viel besser verstehen, wie man Elektroden baut, die mit dem peripheren Nervensystem oder dem Gehirn in Verbindung treten, erklärt dazu Milláns Kollege Olaf Blanke, ebenfalls von der Technischen Hochschule Lausanne. „Es handelt sich um Elektroden, die weich sind und sich dem Nervensystem anpassen. Wenn das Gehirn nicht mehr unterscheidet zwischen Körper und Prothese, wenn diese intuitiv benutzt werden kann, dann haben wir unsere Arbeit geschafft.“

Im besten Fall würde das bedeuten, dass Querschnittsgelähmte eines Tages gar keinen Rollstuhl mehr bräuchten, sondern sich in einem so genannten Exoskelett bewegen würden – einem Overall, der tut, was sein Träger denkt und ihm die Bewegungsfreiheit zurückgibt. Zukunftsmusik ist das nicht, denn schon jetzt suchen die Forscher nach Industriepartnern, die ihre Ideen auf den Markt bringen könnten.

von wissen.de-Autor Jens Ossa, November 2012
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