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Montessori-Pädagogik

Spielend und eigeninitiativ lernen

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Die Gründerin - Ärztin, Pädagogin, Star der Emanzipation

Maria Montessori ist ihrer Zeit voraus. Die 1870 in Ancona Geborene hat als erste Frau Italiens Medizin studiert und darin promoviert. Sie gilt als Star der Frauenbewegung und setzt sich für sozialen Fortschritt ein - insbesondere an Schulen und Kindergärten. Als junge Ärztin arbeitet Montessori in einer psychiatrischen Universitätsklinik in Rom mit geistig behinderten Kindern. Hier vollzieht sich ein Wandel von der Medizin zur Pädagogik. Die Ärztin beobachtet, dass nicht Medizin geistig behinderten Kindern hilft, sondern Pädagogik.

Montessori liest Bücher der französischen Ärzte Edouard Séguin und Jean-Marie Itard. Beide haben Materialien entwickelt, die die Behinderungen von Kindern kompensieren sollen. Montessori kommt zu der Erkenntnis, dass die sinnliche Wahrnehmung durch spezielle Übungen angeregt werden müsse und überträgt diese Erziehungsmethode auf das Kinderhaus „Casa die Bambini“, das 1907 im Armenviertel Roms eröffnet hat und dessen Leitung Montessori für zwei Jahre übernimmt. Die Materialien der französischen Ärzte entwickelt sie weiter. Montessori stellt fest, dass Kinder sehr konzentriert arbeiten können und schnell lernen, wenn sie eigeninitiativ sein dürfen.

Außerdem beobachtet die Ärztin, dass geistig behinderte Kinder den Schülern von gewöhnlichen Schulen bei Intelligenzprüfungen überlegen sind. Montessori folgert daraus, dass die andere Methode auch für Gesunde gut sein und die Pädagogik samt Erziehung und Arbeitsmaterialien neu konzipiert werden müsse.

Wie sich Babys je nach Entwicklungsphase aus eigenem Antrieb die Beschäftigung suchen, die sie gerade interessiert und bei der sie etwas Neues lernen, so lernen Kinder laut Montessori auch später noch. Das Kind als Individuum steht bei ihr im Mittelpunkt.

 

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Von Dorothea Schmidt, wissen.de
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