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Modegeschichte: Der Bikini wird 70

Der Bikini ist heute von den Stränden dieser Welt kaum noch wegzudenken. Doch als der Zweiteiler am 5. Juli 1946 erstmals der Öffentlichkeit präsentiert wird, sorgt er zunächst für einen Skandal. Erst rund zwanzig Jahre später setzt er sich langsam als modisches Badekostüm durch – und ist seitdem umso erfolgreicher.

Bikiniträgerin am Pool
Von einem Badeverbot für Bikiniträgerinnen ist heute nicht mehr die Rede.
Ein kleiner Schwimmanzug aus Stoff sorgt im sommerlichen Nachkriegs-Paris des Jahres 1946 für Furore. Zwei winzige gepunktete und mit Kordeln verbundene Dreiecke als Oberteil und zwei als Hose – aus mehr besteht Louis Réards Entwurf eines nabelfreien Kostüms für Strand und Schwimmbad nicht. Er nennt es Bikini. Auf dem gleichnamigen Atoll im Pazifik haben die Amerikaner kurz zuvor einen spektakulären Atomwaffentest durchgeführt.

Schon in der Antike trug man Zweiteiler

Als der ehemalige Automechaniker seinen Zweiteiler am 5. Juli der Öffentlichkeit präsentiert, ist der Bikini offiziell geboren. Doch streng genommen reicht seine Erfolgsgeschichte viel weiter in die Vergangenheit zurück. Antike Wandmalereien belegen, dass schon die alten Römer dem modernen Bikini ähnliche Zweiteiler kannten – und sie offensichtlich bei sportlichen Aktivitäten trugen.

Auch als Bademode erprobten Frauen solche Zweiteiler vereinzelt bereits kurze Zeit vor Réard – und zwar in Deutschland. Sie schufen die ungewöhnlichen Kleidungsstücke als Eigenkreationen, sozusagen aus der Not heraus. Denn Stoff war nach dem Krieg knapp und teuer.

Bikini-Entwurf sorgt für Skandal

Berühmtheit erlangt der Bikini jedoch erst mit dem gewagten Entwurf des Franzosen – wenn zunächst auch anders, als es sich Réard vermutlich gewünscht hätte. Sein winziges Etwas provoziert einen Skandal: Kein seriöses Mannequin findet sich bereit, den aufreizenden Zweiteiler vorzuführen. Schließlich drapiert Réard sein Schwimmkostüm an der Nackttänzerin Micheline Bernardini, die den Bikini im Nobelbad Molitor präsentiert.

Ebenso einprägsam wie sein Name ist der Eindruck, den der Schwimmanzug dort bei den Zuschauern hinterlässt. Nur knapp bedeckt er die weiblichen Reize, zeigt mehr als er verhüllt. Das schockierende aber zugleich aufregende seines Designs ist dem Schöpfer wohl bewusst. "Der Bikini ist so klein, dass er alles über die Trägerin enthüllt bis auf den Geburtsnamen ihrer Mutter", sagt Réard angeblich bei der Vorstellung im Schwimmbad.

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NPO, 05.07.2016
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