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Medienwandel: Zeitungen sterben, Medienkonzerne verdienen

Stirbt der Qualitätsjournalismus im Internetzeitalter aus?

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Journalismus als Hobby

Mann mit Tablet-PC
Überall online sein – heute ganz normal

Informationen bietet das Internet im Überfluss. Aber längst nicht alle erfüllen journalistische Ansprüche.

Erfahrungsbericht zum neuen Fernsehgerät, Buchbesprechung, Livebericht von der Demo, die persönliche Meinung zum NSU-Prozess – wer Informationen teilen oder seine Ansicht öffentlich verkünden möchte, kann das heute mit ein paar Mausklicks einfach tun. Blogger und Bürgerjournalisten arbeiten traditionell unentgeltlich, sie treibt politisches Engagement oder Interesse an einem bestimmten Thema an. Viele Blogs sind hochwertig und fest etabliert, etwa die Seite carta.info, die im Dezember 2013 ihr fünfjähriges Bestehen feiert, oder die seit 2004 betriebene Seite netzpolitik.org, die sich mit digitalen Bürgerrechten befasst. Ernähren müssen sich allerdings auch Blog-Autoren, und deshalb lässt sich diese Form des Journalismus nicht unendlich steigern. Wie viele Skandale kann jemand aufdecken, wie vielen Politikern auf die Finger schauen, wie viele Interviews führen oder Archive sichten, wenn er "nebenbei" noch im Vollzeitjob glänzen möchte?

Eben diese Frage schert Medienmacher allerdings zusehends weniger – so lässt sich jedenfalls das Geschäftsmodell der Huffington Post deuten, die im Oktober 2013 auch in Deutschland startete: Für die Betreiber – AOL als Inhaber und die Burda-Tochter Tomorrow Focus als deutscher Partner – geht es nicht um Engagement, sondern schlicht um Gewinne. Die Autoren, Blogger genannt, schreiben allerdings umsonst – ihnen winkt Immaterielles. "Was wir Ihnen bieten können: Durch die Starthilfe von FOCUS Online sicher eine schöne Reichweite Ihrer Texte – und dadurch auch eine Erhöhung der Visits Ihres Blogs", versuchte die "HuffPo"-Redaktion zum Start ihrer Seite etwa den Blogger Kai Petermann zu gewinnen. "Was wir leider nicht bieten können: Geld für die Beiträge." Petermanns Antwort: "Ich gebe Ihren Vorschlag gern an meinen Vermieter, den Lebensmittelhändler, den Tankwart und die Telekom weiter. Vielleicht kann ich in Zukunft dort ja ebenfalls ohne Bezahlung alle nötigen Dinge bekommen."

 

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von wissen.de-Redakteurin Alexandra Mankarios, Dezember 2013
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