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Martin Walser

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Vom Start ins professionelle Schriftsteller-Leben erzählt eine Anekdote: Walser, inzwischen junger Reporter beim Süddeutschen Rundfunk in Stuttgart, wird im Oktober 1951 zu einer Tagung der “Gruppe 47 geschickt. Dieser erstmals 1947 vom Autor Hans Werner Richter eingeladene Kreis deutscher Schriftsteller stellte in jährlichen Zusammenkünften seine aktuellen literarischen Erzeugnisse zur Diskussion. Richter besucht den Reporter im Übertragungswagen während einer Dichterlesung und fragt, wie es denn laufe. Walser antwortet: “Technisch einwandfrei. Aber was da gelesen wird, das kann ich besser. Zwei Jahre später wird er zur “Gruppe 47 eingeladen und erst einmal wegen seiner zu stark an Kafka orientierten Texte von den Schriftsteller-Kollegen verrissen.

Erfolg mit einem Schlüsselloch-Roman

Es dauert noch einmal zwei Jahre, bis Martin Walser in die Liga der ersten deutschen Autoren aufgenommen wird. Für seine Erzählung Templones Ende, die Geschichte eines Häusermaklers, erhält er 1955 den Preis der “Gruppe 47. Publizistisch tritt Walser erstmals mit der Veröffentlichung des Erzählungenbandes Ein Flugzeug über dem Haus in Erscheinung. Von nun an geht es steil bergauf. Er publiziert Kurzprosa und 1957 seinen ersten, sofort sehr erfolgreichen Schlüsselloch-Roman, Ehen in Philippsburg, der die Karriere-Gesellschaft in einer süddeutschen Großstadt beschreibt. 1960 folgt Halbzeit, eine spöttische Bestandsaufnahme der bundesrepublikanischen Gesellschaft der 50er Jahre mit dem quasselnden Antihelden Anselm Kristlein im Mittelpunkt.

Auch in den politisch turbulenten 60er Jahren veröffentlicht Walser weiter eifrig: 1962 erscheint Eiche und Angora, für das Walser den Gerhart-Hauptmann-Preis erhält, 1964 folgt Überlebensgroß Herr Krott (Requiem für einen Unsterblichen), die Lügengeschichten sowie Der Schwarze Schwan, 1965 die Essaysammlung Erfahrungen und Leseerfahrungen.

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