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Marlene, die Berlinerin

Koffer in Berlin

Sie hatte zeitlebens einen Koffer in ihrer Geburtsstadt und wies schon im Titel ihrer Autobiografie stolz darauf hin, dass sie Gott sei Dank Berlinerin sei. Doch Marlene Dietrichs ganz besondere Art des Lokalpatriotismus stieß viele Jahrzehnte lang auf wenig Gegenliebe. Als sie Anfang der 30er Jahre in den USA Fuß fasste, sich dann weigerte nach Nazi-Deutschland zurückzukehren, schließlich amerikanische Staatsbürgerin wurde und zu guter Letzt auch noch als Truppenbetreuerin auf der Seite der Alliierten kämpfte, wollten die meisten Berliner mit ihrer Marlene nichts mehr zu tun haben. Und die anderen Deutschen auch nicht.

Anfeindungen in der Heimatstadt

Bis 1945 wurde Marlene Dietrich von den nationalsozialistischen Presseorganen wegen ihrer Zusammenarbeit mit den Kino-Juden von Hollywood denunziert. Nach dem Krieg schlug dann die Stunde der anonymen Pamphlete und offenen Leserbriefe, in denen sich neidische, übellaunige und rechtsradikale Landsleute über die Vaterlandsverräterin, die Kriegsverbrecherin oder das amerikanische Flintenweib entrüsteten. Doch der Dietrich schien das alles gleichgültig zu sein. Sie reagierte auf die bösartigen Anfeindungen so praktisch und selbstdiszipliniert wie eh und je. Nach wie vor galt ihr Interesse neben den privaten und beruflichen Verpflichtungen vor allem der Stadt, in der sie geboren, aufgewachsen und groß geworden war. Sie wollte Berlin wieder als die internationale Metropole erleben, die in den Zwanziger Jahren Weltruhm genossen und ihr selbst eine steile Karriere ermöglicht hatte.

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