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Madeira: Entspanntes Wandern in saftiger Flora

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Madeira ist eine Wanderinsel – für Genießer

Die Hauptattraktion auf Madeira ist die Natur. Deswegen zieht es jeden Urlauber irgendwann auf eine der vielen Wanderrouten, die sich neben den berühmten Levadas – steinernen Wasserrinnen –an Abhängen entlang und durch Tunnel ziehen. Die Levadas versorgen den trockenen Süden mit Wasser aus dem nassen Herzen der Insel und machen ein Verirren für den Wanderer fast unmöglich.

Wanderer betrachten hier ausgiebig den Rücken ihres Vordermanns, denn die schmalen Wege erlauben meistens nur den Gänsemarsch. An manchen Stellen sollte man zwar schwindelfrei sein, Höhenmeter sind dafür aber kaum zu überwinden. Zu den Highlights gehören die Wanderung von Rabaçal zum Risco-Wasserfall mit seinen 25 Quellen, die Drei-Gipfel-Tour zum Pico Ruivo und die Küstenroute auf São Lourenço.

Pico Aieiro, Madeira
Die Drei-Gipfel-Tour zum Pico Ruivo startet auf dem Pico Aieiro. Über den Wolken gelegen, kann der Weg im Winter auch teilweise von Schnee bedeckt sein.

Naturbecken statt Sandstrand

Wer auf der Insel Madeira einen Sandstrand sucht, der hat es schwer. Die meisten Strände sind schwarz und bestehen aus groben Vulkankieseln. Einzig in Calheta und Machico gibt es kleine aufgeschüttete Strände, deren Sand extra aus der marokkanischen Sahara eingeschifft wurde. Auf der Nachbarinsel Porto Santo finden Sonnenanbeter dagegen einen acht Kilometer langen natürlichen Sandstrand – für die Fährfahrt heißt es aber "Früh aufstehen".

Die Madeirer wissen jedoch, wie sie sich trotz Steilklippen Abkühlung verschaffen können. Sie nutzen Meeresschwimmbecken, die in fast jedem Küstenort zu finden sind und sich aus der Brandung speisen. Einen der schönsten Badeplätze der Insel befindet sich in Porto Moniz. Die ausgebauten Becken sind hier von bizarren Felsen umgeben und fügen sich nahtlos in den Atlantik ein.

Blick auf Funchal, Madeira
Fast die Hälfte der 268.000 Madeirer wohnt in Funchal, der sich entspannt gebenden Hauptstadt der Blumeninsel.

Kunst, Kultur und Ronaldo

Fast die Hälfte der 268.000 Madeirer wohnt in der Hafenstadt Funchal. Trotz seiner langen Tourismusgeschichte bleibt Funchal eine entspannte Stadt, nur am Hafen bringen die Kreuzfahrtschiffe etwas Trubel an Land. Die Inselhauptstadt bietet eine beeindruckende Anzahl an Museen, die sich hauptsächlich um Natur, Kunst und Handwerk der Insel drehen.

Ein kleines Juwel ist das vergilbte Naturkundemuseum, in dem der Besucher einheimische Arten aus nächster Nähe studieren kann. Wale, Haie und Rochen "schwimmen" hier über den knarzenden Parkettboden, wenn auch die Flossen des Schokoladenhais schon etwas verstaubt und ausgefranst sind.

Nur das Christiano-Ronaldo Museum fällt etwas aus der Reihe. Auf 400 Quadratmetern stellt der Fußballer hier sich selbst und seine Trophäen aus. Seine Büste, die bei ihrer Enthüllung am Madeirer Flughafen für viel Spott sorgte, fehlt leider. Vor dem Weltfußballer ist auf der Insel kein Entkommen.

YBR, 29.03.2018
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