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Einführung

Lieblingsgeschichten

Angeblich zieht im Augenblick des Todes das Leben noch einmal in Sekundenschnelle vor dem inneren Auge vorbei. Nun sterbe ich zum Glück noch nicht, aber zum Ende von wissen.de sind mir doch noch einmal viele „Lieblingsgeschichten“ eingefallen, die ich seit Ende 2011 als Autorin geschrieben oder als Redakteurin betreut habe. Einige davon habe ich in meinem Abschiedsspezial "Lieblingsgeschichten" für Sie zusammengestellt.

 

Der Neugier nachgeben

Ein ziemlich breites Themenspektrum habe ich in den letzten zwei Jahren bearbeitet! Es reicht vom Wissenstest über Kartoffeln, bei dem ich einige erstaunliche Tatsachen über des Deutschen liebste Sättigungsbeilage erfahren habe, über Schulgeschichten – mein Besuch bei einem Projekt für Schulschwänzer hat mich nachhaltig beeindruckt –, über psychologische Themen (Warum schämen wir uns eigentlich?) und gesellschaftliche Entwicklungen. In Erinnerung geblieben ist mir zum Beispiel die Frage, was Proteste auf Facebook eigentlich bringen, und auch das Interview mit einem afrikanischen Lampedusa-Flüchtling hat mich noch lange beschäftigt.

Was all diese Themen verbindet: Sie kommen im Alltag auf und machen neugierig. Manchmal sind die Antworten gar nicht so leicht zu finden: Was finden wir schön? Wieso wirken Placebos? Wie sieht der Alltag für blinde Menschen aus? Das durfte ich im Auftrag von wissen.de in den letzten Jahren herausfinden.

 

Hintergründe verstehen

wissen.de ist nicht die Süddeutsche und nicht ZEIT Wissen. Dass wissen.de am 7. Januar abgeschaltet wird, steht nicht in großen Lettern auf den Titelseiten der überregionalen Presse und schlägt keine Wellen in der öffentlichen Diskussion. Trotzdem, oder vielleicht auch gerade deswegen, war es toll, hier zu arbeiten: weil wir uns zwar nicht aus dem aktuellen Tagesgeschehen ausgeklinkt haben, aber doch so gemächlich daran entlang bewegt haben, dass wir genug Zeit hatten, um hinter die Tagesereignisse zu sehen und tiefer in aktuelle Themen einzusteigen. Diesen Luxus werde ich vermissen.

 

Wer nicht fragt, bleibt dumm

Besonders beliebt auf wissen.de sind die vielen Wissens- und Allgemeinbildungstests. Wie viele Fragen ich mir wohl im Lauf der Zeit ausgedacht habe? Manche Tests waren auch für mich außerordentlich lehrreich (Medizingeschichte), manche vor allem unterhaltsam (Essens-Redensarten), andere aufwändig zu recherchieren (Monster, Mythen, Urban Legends). Etwas dazugelernt habe ich bei allen, und auch das war schön an der Arbeit bei wissen.de: Ich weiß jetzt lauter Dinge, von denen ich vorher kaum eine Ahnung hatte. Natürlich bleibt nicht alles hängen. Aber eins ganz gewiss: Die Erinnerung an eine schöne, lehrreiche Zeit mit netten Kollegen und interessierten Lesern. Vielen Dank dafür!

 

Alexandra Mankarios, freie Autorin und Redakteurin

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