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LEXIKON

Zwingli

Zwingli, Ulrich
Ulrich Zwingli
Huldrych (Ulrich), erster Reformator der Schweiz, * 1. 1. 1484 Wildhaus, Toggenburg,  11. 10. 1531 bei Kappel; wurde nach theologischen und humanistischen Studien in Wien und Basel 1506 Pfarrer in Glarus, 1516 Leutpriester in Einsiedeln, 1518 am Großmünster in Zürich. Beeinflusst von Erasmus von Rotterdam und Martin Luther, wandte er sich gegen Missbräuche in der Kirche, die Verbindlichkeit der Fastengebote und des Priesterzölibats; 15221525 baute Zwingli mit Zustimmung des Zürcher Rats die vom Staat beschützte Volkskirche auf. Im Gottesdienst Konzentration auf die Predigt, Abschaffung der Messe, der Firmung und der Letzten Ölung, Verbannung von Bildwerken und Musik; Auflösung der Klöster.
Aus dem Züricher Sittenmandat
Aus dem Züricher Sittenmandat
Zur Durchsetzung einer religiös-sittlichen öffentlichen Ordnung erließ der schweizer Reformator Ulrich Zwingli 1530 u. a. folgende Gebote:

Wir gebieten, dass jedermann ohne Ausnahme, der sich nicht durch Krankheit oder andere redliche Gründe bei der Gemeinde oder beim Pfarrer entschuldigen kann, alle Sonntage bei guter Zeit zur Kirche gehe und bis zu Ende verbleibe.
Messe, Altäre, Bilder, Gemälde, Lichter sind um der Ehre Gottes willen verboten. Da solche aber an einigen Orten in Schlössern, Kirchen und Kapellen beibehalten und daselbst Wallfahrten und Opfer vorgenommen werden, so ist solcher Aberglaube bei schwerer Strafe abzutun.
Kein Wirt darf Einheimischen an Sonn- und Feiertagen vor der Predigt Speise und Trank geben. Kein Einheimischer soll sich nachts nach 9 Uhr mehr im Wirthaus finden lassen, auch dürfen nach dieser Zeit keine Schlaftrünke außer Haus verabreicht werden, Kranke vorbehalten. Kein Wirt darf einem Einheimischen auf seine Früchte usw. noch auch auf Kreide [an]schreiben oder sonst über zehn Schillinge borgen... Weil aber das Spiel, wie unsere biederen Landleute klagen, die meiste Ursache aller Winkelwirtschaften, Frevel und anderer Unfuge ist, so haben wir auf das Ersuchen unsrer Landleute alle Spiele verboten, es sei mit Karten, Würfeln, Brettspiel, Schachen, Kegeln, Wetten usw.
1524 heiratete Zwingli. Er bekämpfte die Wiedertäufer, die ursprünglich seine treuesten Anhänger waren. Mit Luther geriet er in Streit über die Abendmahlslehre; Zwingli betonte den Gedächtnischarakter des Abendmahls und lehrte die symbolische Gegenwart Christi im Abendmahl. Auf dem Marburger Religionsgespräch erfolgte die endgültige Trennung zwischen Luther und Zwingli. 1528/29 gewann er auch Bern, Basel, St. Gallen, Straßburg für seine Neuordnung; doch seine Bemühungen,
Reformierte wollen koalieren
Reformierte wollen koalieren
Der Schweizer Reformator Zwingli instruiert Gesandte auf den Konferenzen. Aus den Briefen spricht seine Hoffnung auf eine internationale Koalition der Reformierten:

Zudem hat der Landgraf dieser Dinge halb ein heimliches Verständnis mit dem König von Dänemark, den Herzögen von Geldern, von Lüneburg, Mecklenburg, Braunschweig, Zeibrück, Brandenburg, Friesland und anderen...Wenn die Sache mit Straßburg beschlossen und das Einverständnis mit ihm, dem Landgrafen, gemacht, wäre es dann alles eine Sache, eine Hilfe, ein Wille vom Meer herauf bis an unsere Lande, so dass der Kaiser am Rhein nirgends keinen Aufenthalt haben, auch kein Herr, wie mächtig der auch wäre, uns an der Hilfe hindern könnte; wie auch der Landgraf das selbst zu unserer Gesellschaft sprach: wenn Straßburg mit uns wäre, so sei ihm nicht anders, als wenn er schon unser nächster Nachbar wäre; denn so oft das not tue, wolle er uns zu Hilfe kommen, wovor ihm kein Herr sei noch ihm das wehren solle ... Es will ... sehr nützlich scheinen, unsere Praktik und Kundschaft bei den Venezianern auf unser aller gemeinsame Kosten zu machen und uns ein Geldlein daran nicht reuen zu lassen, damit die Venezianer sich des Kaisers zu erwehren desto handlicher seien, wir aber stets über seine Anschläge benachrichtigt ... würden, damit wir uns rechtzeitig danach zu richten wissen."

in den übrigen Kantonen der deutschen Schweiz die Reformation durchzuführen, stießen auf den Widerstand der katholischen Urkantone; diese setzten sich gegen die gewaltsame Einführung zur Wehr und besiegten das Heer der Zürcher in der Schlacht bei Kappel 1531, in der Zwingli fiel.
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