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LEXIKON

Zigrre

[
die; indianisch, spanisch, französisch
]
stabförmig gewickeltes Tabakerzeugnis, besteht aus Einlage, Umblatt und Deckblatt. Die fermentierten Tabakblätter werden durch Anfeuchten geschmeidig gemacht und für die Anfertigung der Einlage entrippt und getrocknet. Die Einlage wird je nach Art der Zigarre gemischt (zur Verwendung kommen Brasil-, Havanna-, Java-, Sumatra-, Borneotabak u. a., bei Virginiazigarren und Stumpen auch besonders Kentucky) und mit einem feuchten Umblatt umhüllt. Der so entstandene Wickel wird im Penal (2 aufeinander gesteckte Teile in Form einer Zigarre) oder in einer Wickelform (2 aufeinander passende Holzplatten mit mehreren eingeschnittenen Zigarrenformen) gepresst und mit einem Tabakblatt möglichst anderer Tabakart überrollt. Nach einem in Kuba entwickelten Überrollvorgang wird das Deckblatt spiralenförmig um den Wickler gelegt und so die beiderseitig zugespitzte Kopfzigarre (Torpedo) hergestellt. Von den Philippinen stammt das Verfahren, das Deckblatt glatt herumzulegen und festzukleben. So entstehen die sog. Coronas mit rundem Kopf und abgeschnittenem Fuß. Stumpen sind beiderseitig abgeschnittene Zigarren, die mit Hilfe von Wickeltüchern als lange Stangen hergestellt und dann zerschnitten werden. Virginiazigarren sind besonders lange, dünne Zigarren, in die ein Strohmundstück eingefügt wird.

Geschichte

Der Genuss von Tabak in Form zusammengerollter Blätter war schon den Eingeborenen in Amerika bekannt, wo er von Kolumbus entdeckt wurde. Die Ursprünge der Zigarrenfabrikation liegen in Kuba, von wo sie 1720 nach Spanien gelangte. In Deutschland wurde das Zigarrenrauchen Anfang des 19. Jahrhunderts durch die napoleonischen Truppen bekannt. Die erste deutsche Zigarrenfabrik wurde 1788 von H. H. Schlottmann in Hamburg eröffnet. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die Zigarre durch die Zigarette überflügelt. Zigarrenmuseum in Bünde, Westfalen.
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