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LEXIKON

Yaşar Kemal

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jaʃar-
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eigentlich Kemal Sadik Gökçeli, türkischer Schriftsteller, * 1922 Gökçeli, Kreis Adana; schreibt realistische Romane und Erzählungen, die Elemente und Mythen der anatolischen Volksdichtung aufgreifen und immer wieder seinen Protest gegen soziale Ungerechtigkeit und gegen die Kurdenpolitik der Türkei zum Ausdruck bringen. Seine Romantrilogie über den Räuber Ince Memed wurde zum Meilenstein der türkischen Literatur („Mehmet, mein Falke“ 1955, deutsch 1987; „Die Disteln brennen“ 1969, deutsch 1983; „Das Reich der vierzig Augen“ 1984, deutsch 1993). In seiner „Anatolischen Trilogie“ („Der Wind aus der Ebene“ 1960, deutsch 1985; „Eisenerde, Kupferhimmel“ 1963, deutsch 1986; „Das Unsterblichkeitskraut“ 1968, deutsch 1986) beschreibt er das Leben der landlosen Bauern der Taurusdörfer; in „Das Land der tausend Stiere“ (1971, deutsch 1997) schildert er den Untergang der nomadischen Lebensform. Weitere Werke u. a.:
„Anatolischer Reis“ 1955, deutsch 1962; „Gelbe Hitze“ 1959, deutsch 1982;
„Auch die Vögel sind fort“ 1978, deutsch 1984; „Zorn des Meeres“ 1983, deutsch 1996; „Die Hähne des Morgenrots“ 2008, deutsch 2008. Wegen seines politischen Engagements wurde Yasar Kemal einige Male in seiner Heimat inhaftiert und lebte zwischenzeitlich im Exil (Schweden und Frankreich). 1997 wurde ihm wegen seines Engagements für demokratische Freiheiten und Menschenrechte der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels verliehen.
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