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LEXIKON

Westjordanland

Westbank
Gebiet westlich des unteren Jordan und des Toten Meeres, 5655 km2, rund 2,5 Mio. Einwohner, davon 2,2 Mio. Palästinenser und 286 000 israelische Siedler; umfasst die Landschaften Samaria im Norden und Judäa im Süden; im Norden und Westen Regenfeldbau (Oliven, Wein, Obst), nach Südosten Halbwüste und Wüste.
Nach dem ersten israelisch-arabischen Krieg 1948 erfolgte die Eingliederung des Westjordanlandes in das Staatsterritorium Jordaniens (1950 formale Annexion ohne völkerrechtliche Anerkennung). Im Sechstagekrieg 1967 brachte Israel das Gebiet unter seine Kontrolle. 1988 verzichtete Jordanien formell auf alle rechtlichen und administrativen Bindungen zum Westjordanland und die PLO proklamierte einen Staat Palästina, der allerdings international keine Anerkennung fand. In den 1990er Jahren wurden verschiedene Abkommen (Gaza-Jericho-Abkommen, Abkommen von Wye) über eine schrittweise Umwandlung in eine autonome Region unter palästinensische Verwaltung geschlossen. Die Ereignisse seit Ausbruch der zweiten Intifada (2000) führten dazu, dass diese Verwaltung de facto kaum noch Einfluss ausüben konnte. Zeitweise wurden weite Bereiche als Vergeltungsmaßnahme für palästinensische Terroranschläge unter israelische Militärverwaltung gestellt. Ungelöste Streitpunkte vor einer endgültigen Klärung des völkerrechtlichen Status des Gebiets blieben die zahlreichen israelischen Siedlungen sowie der seit 2002 errichtete israelische Sicherheitszaun zum Westjordanland. Nach ihrer Vertreibung aus dem Gazastreifen durch die Hamas 2007 wurde das Westjordanland zum politisch-militärischen Rückzugsraum für die PLO bzw. Al Fatah.
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