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LEXIKON

Weimar

Universitätsstadt Weimar
Weimar: Stadtwappen
Stadtwappen
kreisfreie Stadt in Thüringen, an der Ilm, 240 m ü. M., 64 500 Einwohner; Sitz der Stiftung Weimarer Klassik, der Goethe-Gesellschaft und der Deutschen Shakespeare-Gesellschaft; Bauhaus-Universität (gegründet 1996), Hochschule für Musik (im ehemaligen Füstenhaus, 1774), Goethe-Institut (seit 1996; im Haus der Frau von Stein), Thüringisches Hauptstaatsarchiv; Herderkirche (dreischiffige spätgotische Hallenkirche mit Cranach-Altar), Jakobskirche (1712), Stadtschloss (16. Jahrhundert; Sitz der Staatlichen Kunstsammlungen), Grünes Schloss (15621569; mit Herzogin Anna Amalia Bibliothek, 2004 durch einen Großbrand stark zerstört, Wiedereröffnung 2007), Rotes (15741576) und Gelbes Schloss (begonnen 1702), Schloss Ettersburg (17061711, Sanierung 20062008), Cranach-Haus (1549), Wittumspalais (18. Jahrhundert), Bertuchhaus (1806; Stadtmuseum), Liszthaus (1886), neugotisches Rathaus (1841), Schloss Tiefurt (16. Jahrhundert, umgestaltet ab 1776) im Tiefurter Landschaftspark, Schloss Belvedere (17241732) mit Barockgarten; Goethe- und Schiller-Haus mit angeschlossenen Museen, Grabstätten von Goethe und Schiller auf dem Friedhof vor dem Frauentor; beiderseits der Ilm Landschaftspark mit Goethes Gartenhaus, 17. Jahrhundert; Deutsches Nationaltheater mit Goethe-Schiller-Denkmal (19. Jahrhundert) auf dem Vorplatz; zahlreiche bedeutende Sammlungen und Museen: Goethe- und Schiller-Archiv (1896), Nietzsche-Archiv; Staatliche Kunstsammlungen, Museum für Ur- und Frühgeschichte Thüringens, Bauhaus-Museum, Neues Museum Weimar, Weimar Haus (Geschichtsmuseum); nationale Mahn- und Gedenkstätte Buchenwald (ehemaliges Konzentrationslager auf dem Ettersberg). Die Bauhausstätten wurden 1996, das Klassische Weimar 1998 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.
Die Wirtschaft wird vom Tourismus und Dienstleistungssektor bestimmt; Kongresszentrum „neue weimarhalle“ (1999), Medienstandort (Fernseh- und Rundfunksender, Medienfakultät der Universität); pharmazeutische Industrie, Brauerei; Verkehrsknotenpunkt.

Geschichte

899 wurde Weimar erstmals urkundlich erwähnt. Eine Burg der Grafen von Weimar wird im 10. Jahrhundert genannt. 1254 findet sich die erste urkundliche Bezeichnung als Stadt („civitas“). Nach dem Aussterben der Grafen von Weimar-Orlamünde fiel Weimar 1372 an die Wettiner, 1485 an deren ernestinische Linie. Seit dem 16. Jahrhundert war die Stadt ständige Residenz: ab 1572 des Herzogtums Sachsen-Weimar, ab 1741 des Herzogtums Sachsen-Weimar-Eisenach und ab 1815 des Großherzogtums Sachsen-Weimar-Eisenach. In den letzten Jahrzehnten des 18. und den ersten des 19. Jahrhunderts bildete Weimar den Mittelpunkt des deutschen Kulturlebens; dort wirkten Wieland, Goethe, Herder und Schiller (Weimarer Klassik). 1919/20 tagte in Weimar die deutsche Nationalversammlung, die die Verfassung der Weimarer Republik beschloss. 19191925 hatte das Bauhaus seinen Sitz in Weimar. 19201948 war Weimar Hauptstadt des Landes Thüringen. 1999 trug Weimar als erste deutsche Stadt den Titel europäische Kulturstadt.
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