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LEXIKON

Weber

Weber, Max
Max Weber
Max, deutscher Soziologe und Sozialpolitiker, * 21. 4. 1864 Erfurt,  14. 6. 1920 München; Bruder von Alfred Weber, verheiratet mit Marianne Weber; versuchte, die Soziologie als eine sowohl von den Natur- wie von den Geisteswissenschaften unterschiedene empirische Wissenschaft zu begründen. Er entwickelte eine Konzeption einer verstehenden Soziologie, ausgehend vom Begriff des sozialen Handelns. Die Soziologie erklärt nach Weber soziales Geschehen durch Erforschung des subjektiven Sinnes, den die Individuen mit ihren Handlungen verbinden. Da bei jedem Handeln unterschiedliche und individuell verschiedene Motive zusammenwirken, ist soziologische Erkenntnis nur durch abstrahierende Bildung von Idealtypen möglich. Die wichtigsten der historisch-empirischen Arbeiten Webers verbinden religions- und wirtschaftssoziologische Fragestellungen. Weber äußerte sich auch zu politischen Fragen;
Deutsche Einigung als Ausgangspunkt der Weltmachtpolitik
Deutsche Einigung als Ausgangspunkt der Weltmachtpolitik
In seiner Aufsehen erregenden akademischen Antrittsrede Der Nationalstaat und die Wirtschaftspolitik in Freiburg im Breisgau bekannte sich Max Weber nachdrücklich zur Realpolitik und zum deutschen Imperialismus (Mai 1895, Auszug):

Nicht Frieden und Menschenglück haben wir unseren Nachfahren mit auf den Weg gegeben, sondern den ewigen Kampf um die Erhaltung und Emporzüchtung unserer nationalen Art. Und wir dürfen uns nicht der optimistischen Hoffnung hingeben, dass mit der höchstmöglichen Entfaltung wirtschaftlicher Kultur bei uns die Arbeit getan sei und die Auslese im freien und friedlichen ökonomischen Kampfe dem höher entwickelten Typus alsdann von selbst zum Siege verhelfen werde. Nicht in erster Linie für die Art der volkswirtschaftlichen Organisation, die wir ihnen überliefern, werden unsere Nachfahren uns vor der Geschichte verantwortlich machen, sondern für das Maß des Ellenbogenraums, den wir ihnen in der Welt erringen und hinterlassen. Machtkämpfe sind in letzter Linie auch die ökonomischen Entwicklungsprozesse; die Machtinteressen der Nation sind, wo sie in Frage gestellt sind, die letzten und entscheidenden Interessen, in deren Dienst ihre Wirtschaftspolitik sich zu stellen hat; die Wissenschaft von der Volkswirtschaftspolitik ist eine politische Wissenschaft. Sie ist eine Dienerin der Politik, nicht der Tagespolitik der jeweils herrschenden Machthaber und Klassen, sondern der dauernden machtpolitischen Interessen der Nation. ...

Wir müssen begreifen, dass die Einigung Deutschlands ein Jugendstreich war, den die Nation auf ihre alten Tage beging und seiner Kostspieligkeit halber besser unterlassen hätte, wenn sie der Abschluss und nicht der Ausgangspunkt einer deutschen Weltmachtpolitik sein sollte.
er vertrat dabei meist einen liberalen Standpunkt. Weber gehörte zu den ersten Mitgliedern der Deutschen Demokratischen Partei (DDP). Ohne amtliche Funktion nahm er an den Vorbereitungen der Weimarer Verfassung teil. Webers Hauptwerk „Wirtschaft und Gesellschaft“ blieb unvollendet und wurde 1922 aus dem Nachlass herausgegeben.
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