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LEXIKON

Washington

Washington; D. C.
Bundeshauptstadt und seit 1800 Regierungssitz der USA, südwestlich von Baltimore, nahe der Mündung des Potomac in die atlantische Chesapeakebucht, bildet als District of Columbia (Abkürzung D. C.) einen dem Kongress unmittelbar unterstellten Verwaltungsbezirk, 177 km2, 551 000 Einwohner (60% Schwarze), als Metropolitan Area 4,9 Mio. Einwohner Washington ist Sitz des US-amerikanischen Präsidenten und des Kongresses (mit Senat und Repräsentantenhaus). An wichtigen internationalen Organisationen haben die Weltbank, der Internationale Währungsfond (IWF) und die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) hier ihren Sitz.
Die Stadt ist ein bedeutendes Bildungs-, Forschungs- und Kulturzentrum. In Washington gibt es mehrere Universitäten (besonders Georgetown University, gegründet 1789; George Washington University, gegründet 1821; Howard University, gegründet 1867; Katholische Universität, gegründet 1889) u. a. Hochschulen und Akademien. Die Stadt ist Sitz zahlreicher naturwissenschaftlicher Gesellschaften, der Smithsonian Institution und des Hauptbüros der NASA. Zu den wichtigsten Museen zählen die Nationalgalerie, das National Museum of Natural History, das United States Holocaust Memorial Museum, das National Air and Space Museum und das National Museum of the American Indian (2004 eröffnet). Ferner gibt es mehrere Theater (John F. Kennedy Center for the Performing Arts), das Nationalarchiv und mehrere Bibliotheken, darunter auch die Library of Congress.
Die schachbrettartige Stadtanlage mit dem Capitol als Zentrum beruht überwiegend auf Plänen des Franzosen Pierre-Charles LEnfant. Das Stadtbild wird geprägt durch repräsentative Regierungsgebäude (Weißes Haus, Oberster Gerichtshof), Parkanlagen (The Mall), Denkmäler und Gedenkstätten (Washington Monument, Lincoln Memorial, Jefferson Memorial). Das Verteidigungsministerium (Pentagon) und der internationale Flughafen Dulles liegen schon auf dem Staatsgebiet Virginias; ein weiterer internationaler Flughafen befindet sich nordöstlich von Washington in Maryland. Auch die Wohnviertel der wohlhabenderen Bevölkerungsschicht erstrecken sich außerhalb der Stadtgrenzen, während sich im Stadtinneren Armenviertel mit hoher Kriminalität entwickelt haben.
Das Wirtschaftsleben wird vom Dienstleistungssektor geprägt, größere Industriebetriebe fehlen völlig. Dagegen sind viele Handelsgesellschaften, Auslandsbotschaften und internationale Finanzinstitute in Washington ansässig; von Bedeutung ist auch der Tourismus.

Geschichte

1790 beschloss der Kongress die Errichtung einer neuen Bundeshauptstadt. Das Gebiet wurde vom Präsidenten G. Washington, nach dem die neue Hauptstadt benannt wurde, ausgewählt und als District of Columbia (D. C.) direkt der Bundesgewalt unterstellt. 1800 siedelten Präsident J. Adams und seine Regierung nach Washington über. 1814 wurden die meisten Regierungsgebäude durch die Briten zerstört, danach aber wieder aufgebaut. Nach dem Ende des Sezessionskrieges 1865 wuchs die Bevölkerung rasch. Erst 1961 erhielten die Einwohner des D. C. ein Recht auf Teilnahme an den Präsidentschaftwahlen. Bei dem Terroranschlag vom 11. 9. 2001 wurde das Pentagon getroffen.
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