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LEXIKON

Vorklassik

in der Musikgeschichte die Zeit des Übergangs vom Feudalismus zur Emanzipation des Bürgertums zwischen etwa 1735 und 1785, also zwischen Barock und Klassik, einschließlich des sog. musikalischen Rokoko. Ihr ordnet man ferner den gelehrten und den galanten Stil zu. Ersterer schließt streng gearbeitete, kontrapunktische Werke ein, z. B. das „Wohltemperierte Klavier“ J. S. Bachs, Letzterer populäre tanzartige Stücke wie Mozarts Divertimenti und Menuette. Auf Seiten des sog. musikalischen Sturm und Drang standen Forderungen nach neuer Einfachheit und Natürlichkeit (ausgehend von der Idee des Volksliedes) sowie die Empfindsamkeit, die sich paradigmatisch in den freien Fantasien C. P. E. Bachs ausprägt. Diese irrationale Tendenz nennt man auch Vorromantik. Bedeutsame Entwicklungen der Vorklassik waren die Etablierung der Sinfonie sowie des Sonatenhauptsatzes, ferner der Opera buffa und des deutschen Singspiels. Bedeutende Vertreter der Vorklassik waren die Söhne J. S. Bachs, die Komponisten der Mannheimer, Wiener und Berliner Schule, L. Mozart, G. Pergolesi, J. J. Quantz, G. B. Martini, N. Jomelli, J. Schobert, J. A. P. Schulz u. a.
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