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LEXIKON

Volkspartei

in demokratischen Verfassungsstaaten eine Partei, die in Bezug auf Stimmenanteile und Größe eine gewichtige Rolle spielt und mit ihrer Programmatik für breite Wählerschichten offen ist. Die Volkspartei unterscheidet sich damit deutlich von der Weltanschauungs- und Interessenpartei. In der Weimarer Republik gab es im engeren Sinne keine Volkspartei. Nach dem 2. Weltkrieg wurden CDU und CSU als christliche Volksparteien gegründet, auch in der Absicht, konkurrierende Strömungen zu vereinigen. Mit dem Godesberger Programm (1959) wandelte sich die SPD von einer Arbeiterpartei zur Volkspartei, was sich für sie in steigenden Wählerstimmen auszahlte.
Seit Ende der 1980er Jahre veränderte sich das Parteiensystem der Bundesrepublik Deutschland, womit eine allmähliche Erosion der Volksparteien einherging. Pendelte der gemeinsame Zweitstimmenanteil von CDU/CSU und SPD bei den Bundestagswahlen 19571987 zwischen ca. 80 und 91%, reduzierte sich dieser Anteil bei der Bundestagswahl 2009 auf gerade noch 56,8%. Dem vorausgegangen waren anhaltende Mitgliederverluste sowie Veränderungen innerhalb der traditionellen Wählermilieus dieser Parteien. Insbesondere die SPD musste diesen Entwicklungen Tribut zollen und verlor nicht zuletzt durch die Maßnahmen der Agenda 2010 ihre Bindungskraft in der gewerkschaftlich organisierten Arbeitnehmerschaft. Die Partei verzeichnete 2009 mit 23% ihr bisher schlechtestes Ergebnis bei einer Bundestagswahl.
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