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LEXIKON

Volksmusik

populäre, überwiegend schriftlos überlieferte Musik (instrumentale Stücke, Volkstanz und -lied), die für bestimmte Regional- oder Nationalkulturen charakteristisch ist oder dafür gehalten wird. Der alte Vorrat an Volksmusikinstrumenten umfasst Lang- und Querflöte, Dudelsack, Drehleier, Hackbrett, Zither, Harfe, Schlaginstrumente aller Art, Geige, Klarinette und Oboe, verschiedene Gitarreninstrumente. Zwischen Volksmusik und Kunstmusik bestanden immer schon vielfache Verbindungen. Bekannte Beispiele sind die Messen der franko-flämischen Schule (franko-flämische Musik) über populäre Melodien, der Einfluss von Volkstänzen auf die barocke Instrumentalmusik, der Einfluss verschiedenster Volksmusik auf die Kunstmusik des 18. und 19. Jahrhunderts, die Verarbeitung osteuropäischer Volksmusik im 20. Jahrhundert (Z. Kodály, B. Bartók), umgekehrt etwa die Wandlung eines Kunstliedes (z. B. „Am Brunnen vor dem Tore“ von F. Schubert) zum Volkslied. Eine reine, von der Kommerzialisierung seit dem 19. Jahrhundert unbeeinflusste Volksmusik ist heute wohl nur noch im außereuropäischen Bereich zu finden.
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