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LEXIKON

Volksbrauch

Brauch
auf den Normen einer sozialen Gruppe oder Schicht, einer Teil- oder Gesamtkultur beruhendes, nicht schriftlich fixiertes Handlungsmuster, dessen Nichtbeachtung zumindest auffällt, schlimmstenfalls negativ sanktioniert (bestraft) wird. Der Volksbrauch entlastet von individuellen Überlegungen zum „richtigen“ Verhalten; er ist termin- (z. B. Fastnacht, Weihnachten) oder sachorientiert (z. B. Hochzeit, „Einstand“, Gruß und Anrede) oder beides. Während sich die Volkskunde früher vor allem für seine mythischen Ursprünge interessierte und die Überlieferungsdauer der Formen betonte (Tradition), wendet sie sich in neuerer Zeit mehr seiner Funktion zu. Über das Verhältnis zwischen Sitte und Brauch besteht keine einheitliche Meinung; teils sieht man begriffliche Unterschiede (z. B. Sitte als Norm, Brauch als zugehörige Form), teils verwendet man die Begriffe synonym. Gewohnheiten werden meist als individuelle Gegenstücke zu den Bräuchen gesehen.
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