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LEXIKON

Vitlienbrüder

Viktualienbrüder; Likedeeler
Die Vitalienbrüder
Die Vitalienbrüder
Die Hanseakten berichten voll Abscheu über die "Vitalienbrüder" genannten Seeräuber und ihre Behinderung des freien Handels:

Im Jahre 1392 tat sich ein rechtloses Volk aus allerlei Gegenden zusammen, Adlige, Bürger aus vielen Städten, Handwerker und Bauern, sie nannten sich Vitalienbrüder und sagten, sie wollten dem gefangenen König von Schweden gegen die Königin von Dänemark zu Hilfe kommen, ihn frei machen und niemanden fangen oder berauben, als wer die Königin mit Gut oder mit Hilfe stärken wollte. So bedrohten sie leider die ganze See und beraubten Freund und Feind also, dass die Fahrt nach Schonen wohl drei Jahre darniederlag, darum war in diesen Jahren der Hering sehr teuer. Die Vitalienbrüder gewannen Bergen in Norwegen und verwüsteten viel Land in Dänemark."

Die Seeräuber kooperierten zum Entsetzen der Hanse mit lokalen Machthabern, die sich ihrer Waffendienste bedienten
"Um den Peter- und Paulstag (6. 7. 1398) war eine große Versammlung der Seeräuber bei Friesland, wo ein mächtiger Friese [Ede Wümmeken[ sie schützte. Sie belagerten viele gute Gewappnete, die von Herren und Städten ausgesandt waren, auch von den Lübeckern. Die Belagerten konnten die Räuber nicht bekämpfen, noch ihrer Herr werden, denn ihrer waren zu viele, auch beschirmte sie ihr Herr, der Friese, der sie gegen seine Feinde, die Holländer, geladen und gemietet hatte. Dann wurde verhandelt, dass die Räuber ihre Schiffe und Waffen verlassen und zu Lande frei hinziehen sollten, wohin sie wollten; auch sollten sie nicht mehr rauben."
Seeräuber in der Nord- und Ostsee im 14. und 15. Jahrhundert; nach der Hinrichtung ihrer volkstümlichen Führer K. Störtebeker
Hinrichtung Störtebekers
Hinrichtung Störtebekers
Mit der Gefangennahme und Hinrichtung Klaus Störtebekers und seiner Gefolgsleute 1401/02 endet die Gefährdung der Hanseschifffahrt durch die freibeuterischen Vitalienbrüder:

"Die England-Fahrer der Stadt Hamburg [fochten] auf See mit den Seeräubern, die sich Vitalienbrüder nannten, und behielten den Sieg. Sie schlugen an die vierzig tot und fingen an die siebzig bei Helgoland. Sie brachten die Gefangenen alle mit nach Hamburg und ließen ihnen die Köpfe abschlagen. Diese steckten sie an der Elbe auf eine Wiese zum Zeichen, dass die Gerichteten die See beraubt hatten.
Die Hauptleute dieser Vitalienbrüder hießen Wichmann und Klaus Störtebeker. Nicht lange danach kamen die England-Fahrer auf einen anderen Haufen Seeräuber, ... von denen viele gemordet und an die achtzig gefangen wurden; ihre Hauptleute hießen Gödeke Michel und Wigbold, ein Magister der sieben freien Künste."
Neben den Seeräubern begannen auch die seefahrenden Russen den Kaufleuten den Seehandel zu erschweren:
"Wir hörten, dass die Russen anfangen,...die See zu befahren, das ist noch nie gewesen, und wir fürchten, dass daraus dem Kaufmann unüberwindlicher Schaden entstehen wird. Darum...bitten wir fleißig, dass ihr...für einen Befehl eintretet, niemand soll den Russen ihre Waren weder in eure Häfen noch aus ihnen verladen."
und G. Michels (1401) Mitte des 15. Jahrhunderts allmählich verschwunden.
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