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LEXIKON
 

Toskna

italienisch Toscana
mittelitalienische Region zwischen Etruskischem Apennin und der Westküste, 22 997 km2, 3,5 Mio. Einwohner, Hauptstadt Florenz; im Norden Anteil an den Apuanischen Alpen und dem Etruskischen nördlichen Apennin. Südlich des unteren Arnotals das subapenninische Berg- und Hügelland (u. a. die Monti del Chianti), das Toskanische Erzbergland und der vulkanische Monte Amiata. Der Südteil der Schwemmlandküste gehört zu den Maremmen. Der Küste vorgelagert sind Elba mit den übrigen Inseln des Toskanischen Archipels. Während im inzwischen stark entvölkerten Apennin Wald und Weideland vorherrschen, wird das subapenninische Berg- und Hügelland weithin von Getreidebau bestimmt; nur in den Beckenlandschaften, im Chianti-Bergland und in Küstennähe herrschen Wein-, Oliven- und Gemüseanbau vor. Eisenerz- und Marmorabbau; Industrie in Florenz und an der Küste. Aufgrund ihrer bedeutenden Kunstschätze und ihrer Badeküsten ist die Toskana eine der wichtigsten Fremdenverkehrsregionen Italiens. Sie zählt auch zu den wirtschaftlich stärksten Regionen.

Geschichte

Das alte Tuscien oder Etrurien stand nach dem Untergang des Weströmischen Reichs nacheinander unter der Herrschaft der Ostgoten, Byzantiner und Langobarden. Nach der Vereinigung des Langobardischen Reichs mit dem Fränkischen Reich wurde Toskana Markgrafschaft. Das Amt kam um 1030 an Markgraf Bonifacius aus dem Haus Canossa. Nach dem Tod seiner Tochter Mathilde 1115 erhielten im Streit um die Mathildischen Güter zwischen Kaisern und Päpsten im Lauf des 12. und 13. Jahrhunderts Florenz, Siena, Pisa, Lucca, Arezzo Unabhängigkeit und bemächtigten sich des mathildischen Erbes. Unter ihnen erlangte Florenz nach und nach Vorrangstellung und vereinigte im 14. und 15. Jahrhundert den größten Teil der Toskana unter seiner Herrschaft.
Kaiser Karl V. erhob Alessandro von Medici 1531 zum erblichen Herzog von Florenz. Dessen Nachfolger Cosimo I. vergrößerte sein Gebiet durch Siena und wurde 1569 von Papst Pius V. zum Großherzog von Toskana erhoben. Nach dem Aussterben der Medici folgte 1737 Herzog Franz Stephan von Lothringen (mit Maria Theresia verheiratet). 1765 kam die Toskana an dessen zweiten Sohn Pietro Leopoldo (später Kaiser Leopold II.).
Während der napoleonischen Kriege wurde dieToskana zunächst als Königreich Etrurien Ludwig von Bourbon-Parma übergeben, dessen Gebiet an Frankreich gefallen war; 1808 jedoch unmittelbar mit Frankreich vereinigt. Der Wiener Kongress gab den Bourbonen 1814 das Land zurück, das durch die Wiener Schlussakte 1815 um das Fürstentum Piombino, Elba, den Stato dei Presidi vergrößert wurde. Nach der Flucht des Großherzogs Leopold (* 1797,  1870) beschloss die Landesversammlung 1860 die Thronentsetzung des Hauses Lothringen, und nach einer Volksabstimmung erfolgte die Vereinigung der Toskana mit dem neuen Königreich Italien.
 

 

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