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LEXIKON

Thermoelektrizitạ̈t

[
griechisch
]
Elektrizität, die beim Erwärmen einer Lötstelle zwischen zwei verschiedenen Metallen entsteht (Seebeck-Effekt). Haben in einem geschlossenen Leiter 2 solche Lötstellen verschiedene Temperaturen, so fließt ein elektrischer Strom (Thermostrom). Die durch je 1 °C Temperaturdifferenz erzeugte thermoelektrische Kraft heißt Thermokraft; sie beträgt (je nach den Metallen) einige Millivolt. Die gesamte den Strom erzeugende Vorrichtung (mit beiden Lötstellen) heißt Thermoelement. Das Thermoelement dient im Verein mit sehr empfindlichen Strommessern (Galvanometern) zur Messung hoher und tiefer Temperaturen. Man verwendet als Drähte z. B. Konstantan und Kupfer für 250 °C bis 500 °C, Wolfram und Wolframmolybdän für Temperaturen bis 3300 °C. Die Thermosäule ist eine Hintereinanderschaltung (zur Spannungserhöhung) mehrerer Thermoelemente.
Die als empfindliche Wechselstrommesser häufiger verwendeten Thermokreuze bestehen aus einem Thermoelement, dessen eine Lötstelle auf einem von dem zu messenden Strom durchflossenen Hitzdraht befestigt ist. Die Temperatur des stromdurchflossenen Hitzdrahts bestimmt die mit einem Drehspulvoltmeter gemessene Spannung des Thermokreuzses, die ein Maß für die Stromstärke ist; besonders zur Messung der Energie von Strahlungen aller Art (auch Kathodenstrahlen) und in der Hochfrequenztechnik verwendet.
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