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LEXIKON

Textlkunst

Sammelbezeichnung für künstlerisch gestaltete, dekorative Erzeugnisse aus Textilfasern, besonders Flecht-, Knüpf-, Wirk- und Webwaren, Zeugdrucke, Häkel-, Spitzen- und Stickereiarbeiten; eine der Gattungen des Kunsthandwerks. Die Hauptaufgabe der Textilkunst liegt in der Ausschmückung von Innenräumen sowie in der Herstellung und Verzierung von Kleidungsstücken. Die wichtigsten Dekorformen sind Ornament und figürliche Darstellung.
Von den Werken der raumschmückenden Textilkunst nimmt der Teppich die erste Stelle ein, neben dem geknüpften Orientteppich besonders der gewirkte, als Wandbehang dienende Bildteppich (Gobelin), in dessen erster Blütezeit im Mittelalter die Traditionen der hellenistischen und frühchristlich-byzantinischen Wirkkunst fortlebten. Neben religiösen Darstellungen nehmen weltliche Motive, historische und allegorische Ereignisse, Jagd- und Kampfszenen einen großen Raum im Themenschatz der mittelalterlichen Bildteppiche ein. Zu den französischen, schweizerischen und süddeutschen Zentren der europäischen Textilkunst gesellte sich im 15. Jahrhundert Brüssel. Frankreich übernahm im Wettbewerb mit anderen Ländern nach 1650 die führende Rolle in der europäischen Textilkunst; die Pariser „Manufacture des Gobelins“, die Werkstätten in Beauvais, Aubusson, Felletin und Nancy erlangten weltweite Berühmtheit, bis im ausgehenden 18. Jahrhundert die Beliebtheit des Gobelins allgemein nachließ.
Von den gewirkten Wandteppichen sind die gestickten zu unterscheiden. Sie wurden bereits im Mittelalter hergestellt (Bayeuxteppich) und bilden mit mehreren Abarten eine Sondergattung der textilen Wandbekleidung.
Der Zeugdruck, der es zu beachtlichen künstlerischen Wirkungen bringen kann, wurde im 11. Jahrhundert in niederrheinischen Klosterwerkstätten entwickelt. Zunächst waren es aus dem Orient eingeführte Stoffe, die man bedruckte, bald aber verwendete man auch einheimische Gewebe, Leinentücher vor allem, die gefärbt wurden, bevor sie mittels Holzformen ihren goldenen oder silbernen Aufdruck erhielten.
Die Seidenweberei nahm in China ihren Ausgang. Um die Mitte des 12. Jahrhunderts wurde sie von sizilianisch-normannischen Werkstätten aufgenommen; über Italien (Venedig, Genua, Lucca) gelangte sie bald auch in den Norden, wo Regensburg und Köln zu den bedeutendsten Herstellungszentren aufstiegen.
Die aus dünnen Fäden mit der Hand genähten, gestrickten, geknüpften, gehäkelten oder geklöppelten Spitzen wurden aus den textilen Durchbruchsarbeiten entwickelt.
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