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LEXIKON

Tertiär: Pliozän

Vor 51,7 Mio. Jahren: Das Pliozän

53,5 Mio.

Im Flussgebiet von Rhein, Main und Nahe lagern sich die so genannten Dinotheriensande ab. Sie konservieren neben dem gleichnamigen Rüsseltier (Deinotherium) fossile Reste von Gomphotherien sowie verschiedener Paarhufer, Unpaarhufer, Raubtiere und Nagetiere.

53,4 Mio.

Die äußerst erfolgreichen pferdeartigen Hipparions verbreiten sich, ausgehend von Nordamerika, jetzt auch über Asien, Europa und Gebiete Afrikas. Weil sie mit großen Herden die Fauna prägen, spricht man sogar ausdrücklich von einer Hipparion Fauna.

51,7 Mio.

Im Rahmen der späten alpidischen Gebirgsbildung vollziehen sich die attische, rhodanische und die wallachische Phase. Gleichzeitig hebt sich der Himalaja weiter. Ferner falten sich auf der Südhemisphäre Gebirge im Bereich der Anden, der Antarktis, Melanesiens und Hinterindiens auf. Hebungen lassen sich auch im australischen Raum beobachten.
Es kommt im näheren und weiteren Umfeld des Rhein-Grabenbruchs durch die mit ihm verbundenen tektonischen Unruhen zu heftigem Vulkanismus. Er tritt z.B. im französischen Zentralmassiv, im Oberrheingraben, in der Hessischen Senke, im Odenwald, Westerwald und in der Eifel auf.
Die Polarität der Erdmagnetpole wechselt mehrfach.
Bedingt durch das kühler werdende Klima ziehen sich in Europa die Steppen nach Süden zurück. In Mitteleuropa gedeihen Wälder, in denen sich bereits zahlreiche der auch heute hier vertretenen Baumarten finden. Daneben kommen vor allem subtropische Gewächse vor.
Generell verschieben sich auf der Nordhalbkugel die Florenprovinzen. Die bisher zirkumpolare Turgai-Flora dringt bis in die heutigen gemäßigten Breiten nach Süden vor. Die bisherige mittel- und z.T. nordeuropäische Poltawa-Flora, die auch in Nordamerika und Asien verbreitet war, verschwindet in Zentraleuropa völlig und wird in den anderen Räumen zonal begrenzt.
Die gundsätzliche Entwicklung der Pflanzen ist gemessen am heutigen Stand der Evolution im Großen und Ganzen abgeschlossen. Weitere Entwicklungen betreffen in erster Linie geographische Veränderungen. Neue Bedecktsamerfamilien, die in dieser Zeit erscheinen (z.B. die Primelgewächse, Kreuzblütler, Lippenblütler Nelkengewächse, Orchideen), bringen keine grundsätzlich neuen Baupläne mehr mit sich.
Zahlreiche Arten großer bis sehr großer Rüsseltiere leben in Amerika, Europa, Asien und Afrika. Zu ihren neuen Gattungen gehören Cuvieronius, Stegomastodon und Tetralophodon. Deinotherium (245 Mio.) wandert in dieser Zeit aus Afrika nach Europa und Asien ein.
In Argentinien lebt ein Beuteltier, Thylacosmilus, mit eigentümlichem Gebiss, u.a. mit mächtigen säbelförmigen Hauzähnen im Oberkiefer.
Die Gürteltierfamilie Glyptodontidae bringt Riesenformen mit festem, halbkugeligem Rückenpanzer hervor. Diese Pflanzenfresser leben in Südamerika.
In Europa, Asien, Afrika und Amerika leben mehrere Katzenarten (Feliden) mit mächtigen Säbelzähnen in den Oberkiefern. Zugleich treten erste kleinere Formen moderner Raubkatzen z.B. Luchse und Pumas, in Erscheinung.
In verschiedenen Gebieten der Erde setzt Vergletscherung ein. Die Antarktis ist bereits vergletschert. Eisdecken bilden sich u.a. in Alaska, auf Island, in Südargentinien. In den Anden und anderen hohen Faltengebirgen entstehen Gebirgsgletscher.

43,5 Mio.

Erste Vertreter der Menschenartigen (Hominiden) in der Gestalt von Australopithecus afarensis) leben in Regionen Ostafrikas (Äthiopien/Tansania). Bis zum Ende des Pliozäns (um 1,7 Mio.) entstehen noch andere Australopithecus-Arten: A. africanus, A. robustus, A. palaeojavanicus, die in Ost- und Südafrika sowie auf Java leben.

Um 3 Mio.

Zwischen Nord- und Südamerika schließt sich eine Landbrücke. Sie entsteht aufgrund polarer Vereisungen, die ein Sinken des Meeresspiegels verursachen.

Um 2,5 Mio.

Die Familie der Schimpansen spaltet sich in zwei Arten auf: Zwergschimpansen oder Bonobos (Pan paniscus) und eigentliche Schimpansen (Pan troglodytes).

2,42,1 Mio.

In Zentraleuropa und im Alpenraum herrscht die so genannte Biber-Kaltzeit. Deutschland ist in diesem Zeitraum von einem Meeresrückzug betroffen.

21,7 Mio.

Sehr wahrscheinlich aus den Australopithecinen entwickeln sich in Ostafrika erste Mitglieder der Gattung Homo, also erste Menschen. Sie haben den Artnamen Homo habilis. Diese Frühmenschen leben in Familienverbänden und stellen erste Werkzeuge aus Stein, Knochen, Horn, Holz u.a. her. Sie beherrschen wahrscheinlich bereits eine wenngleich auch noch sehr primitive Lall-Sprache.

1,751,4 Mio.

Der Meeresspiegel liegt etwa 200 bis 100 m über seinem heutigen Niveau.

Um 1,7 Mio.

Infolge eines Kälteeinbruchs in Nordamerika, der Blancan-Kaltzeit, sterben zahlreiche Säugetiergattungen aus. Es handelt sich dabei größtenteils um Steppentiere.
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