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LEXIKON

Templerorden

Tempelherren; Templer
geistlicher Ritterorden, 1119 durch Hugo von Payns (* 1070,  1136) in Jerusalem zum Pilgerschutz (später auch Hospitaldienst) gegründet, kämpfte gegen Sarazenen (Palästina), Mauren (Pyrenäenhalbinsel) und Mongolen (bei Liegnitz); Tracht: weißer Mantel mit rotem Kreuz; Leitung durch Großmeister zunächst in Jerusalem, dann Zypern, später Frankreich. Der Templerorden wurde 1312 durch Papst Klemens V. wegen angeblicher Entartung aufgehoben; der letzte Großmeister J. de Molay wurde 1314 hingerichtet. Der Orden existierte dennoch als Laienorden weiter und hat im 20. Jahrhundert eine Neubelebung erfahren.
Verurteilung der Templer
Verurteilung der Templer
Eine Chronik überliefert die Anklagepunkte (Artikel) König Philipps IV. gegenüber den Templern, die ihre Zerschlagung rechtfertigen sollen. Sie werden 1312 durch Papst Klemens V. bestätigt:

Er [Philipp IV. ] ... ließ alle Tempelritter in seinem Reich festnehmen und nach Paris schaffen. Er versicherte ... sie seien geständig, gottlosen Artikeln anzuhängen...

Und dies war der erste Artikel: Sie leugneten das Sakrament des Abendmahles;
Der zweite: Sie glaubten nicht an die Auferstehung der Toten am Tage des Gerichtes;
Der dritte: Sie seien dem Laster der Sodomie ergeben;
Der vierte: Wer in ihren Orden eintreten wolle, sei genötigt, den für uns gekreuzigten Herrn zu verleugnen und dem Kruzifix ins Gesicht zu speien;
Der fünfte: Sie hätten mit den Sarazenen und dem Sultan gegen die Christen Gemeinschaft angenommen und die Stadt Akkon heimlich in die Hände des Sultans gespielt.
Im Einverständnis mit dem Papste ließ er auf diese Artikel und auf noch andere verbreitete und aufgestellte Vorwürfe hin mehr als fünfhundert Tempelherren verbrennen und wollte sie noch durch andere Torturen zwingen, die in diesen Artikeln ausgesprochenen Vorwürfe einzugestehen. Den Besitz des Ordens übertrug er den Hospitalern."
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