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LEXIKON

Südosstien

russisch Juschnaja Osetija
ehemaliges autonomes Gebiet im Norden Georgiens, an der Südseite des Kaukasus, 3900 km2, 70 000 Einwohner; Hauptstadt Zchinwali; in den Tälern Getreide-, Obst- und Weinbau, an den Berghängen dichte Wälder, im Hochgebirge Almwirtschaft, Schaf- und Rinderzucht. 1922 wurde Südossetien autonomes Gebiet innerhalb Georgiens. Das nordossetische Gebiet fiel an die RSFSR. 1990 führten Bestrebungen Südossetiens, sich mit dem russischen Nordossetien zu vereinigen, zur Aufhebung des Autonomiestatus durch Georgien. In der Folgezeit kam es zu schweren Kämpfen zwischen georgischen und südossetischen Kräften und zur Flucht zahlreicher Südosseten (Osseten) nach Nordossetien. Auf der Basis eines Waffenstillstandsabkommens wurde 1992 eine Friedenstruppe stationiert. Eine grundsätzliche Lösung des Konflikts konnte jedoch nicht erreicht werden. 2006 sprach sich die Bevölkerung in einem Referendum für die Souveränität aus.
2008 nahmen die Spannungen in der Region zu. Im August 2008 leiteten die georgischen Streitkräfte schließlich eine Offensive gegen Südossetien ein, die aber am militärischen Eingreifen Russlands scheiterte, das mit seinen Einheiten die georgischen Truppen zurückdrängte und tief ins georgische Kernland vorstieß. Als Folge der Auseinandersetzungen erkannte Russland die staatliche Unabhängigkeit Südossetiens an.
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