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LEXIKON

Streisand

[ˈstraiznd]
Barbra, US-amerikanische Schauspielerin, Sängerin und Regisseurin, * 24. 4. 1942 Brooklyn; Musical-Star am Broadway und im Film, u. a. in „Funny Girl“ 1967 (verfilmt 1968); „Hello Dolly!“ 1968; „Is was, Doc?“ 1972; „Yentl“ 1983 (auch Regie); „Nuts ... Durchgedreht“ 1987; „Herr der Gezeiten“ 1991 (auch Regie); „Liebe hat zwei Gesichter“ 1996 (auch Regie).
Streisand, Barbra
Barbra Streisand
  • Deutscher Titel: Funny Girl
  • Original-Titel: FUNNY GIRL
  • Land: USA
  • Jahr: 1967
  • Regie: William Wyler
  • Drehbuch: Isobel Lennart
  • Kamera: Harry Stradling
  • Schauspieler: Barbra Streisand, Omar Sharif, Kay Medford, Walter Pidgeon
  • Auszeichnungen: Oscar für 1969 Hauptdarstellerin (Barbra Streisand)
Der Veteran unter den Hollywood-Regisseuren, William Wyler, verfilmt in »Funny Girl« ein Erfolgsmusical aus dem Jahr 1964, das eine wahre Geschichte aus der großen Zeit der Musikrevuen erzählt. Barbra Streisand, die auch in der Bühnenversion schon über 1000 Mal die Titelrolle gespielt hat, übernimmt diesen Part auch im Film.
Das Mädchen Fanny Brice will zu Beginn des 20. Jahrhunderts im Showgeschäft auf der Karriereleiter nach ganz oben klettern; auch durch viele Rückschläge lässt sie sich nicht von ihrem Plan abbringen. Und tatsächlich wird die inzwischen »Funny Girl« genannte Fanny einer der ersten großen Stars der berühmten »Ziegfeld Follies«. Die umschwärmte Glamourkünstlerin verliebt sich in den leichtfüßigen Spieler Nick. Doch ihre Ehe scheitert: Als Fannys Karriere durch Nick Schaden zu nehmen droht, verlässt sie ihn. Sie bleibt ein großer Star, dessen Erinnerungen den äußeren Rahmen für die Filmhandlung bilden.
Trotz der einfallsreichen Gestaltung von Texten und Musik war schon der Erfolg der Musicalfassung vor allem der Hauptdarstellerin Barbra Streisand zu verdanken, von der Komponist Jule Styrne sagte, sie mache aus einem Drei-Minuten-Song »ein gut geschriebenes Drama in drei Akten«. Sie begeistert mit diesem Part auch in dem ansonsten recht konventionell geratenen Film und erhält verdient den Oscar wobei »Funny Girl« in Hollywood mit zahlreichen Nominierungen ins Rennen gegangen war, sich letztlich aber Carol Reeds Musical »Oliver« geschlagen geben musste. In der Rolle von Fannys Bühnenpartner Sydney Chaplin erntet Omar Sharif Beifall.
  • Deutscher Titel: Hello, Dolly!
  • Original-Titel: HELLO, DOLLY!
  • Land: USA
  • Jahr: 1968
  • Regie: Gene Kelly
  • Drehbuch: Ernest Lehman, nach dem Bühnenmusical von Michael Stewart und einem Bühnenstück von Thornton Wilder
  • Kamera: Harry Stradling
  • Schauspieler: Barbra Streisand, Walter Matthau, Michael Crawford, Marianne McAndrew
Barbra Streisand, die Titelheldin dieses Musicals, spielt eine lustige Heiratsvermittlerin im New-Yorker Vorort Yonkers, die nach zahlreichen harmlos-komischen Verwicklungen den besten Ehekandidaten für sich selbst gewinnt. Die Handlung basiert auf zahlreichen Buch- und Bühnenvorlagen, die allesamt auf Johann Nepomuk Nestroys Komödie »Einen Jux will er sich machen« zurückgehen. Für die 26-jährige Barbra Streisand, die bislang vor allem als Bühnen- und Plattenstar hervorgetreten war, bedeutet der Film einen gewaltigen Karrieresprung; ihr Titelsong wird zu einem der ganz großen Evergreens der 60er Jahre. Die Regieleistung der Filmmusical-Legende Gene Kelly vermag aber nur wenige Fans des Genres zu überzeugen. Die erhoffte Wiedergeburt des Filmmusicals findet mit »Hello, Dolly!« nicht statt.
  • Deutscher Titel: Is„ was, Doc?
  • Original-Titel: WHAT„S UP, DOC?
  • Land: USA
  • Jahr: 1972
  • Regie: Peter Bogdanovich
  • Drehbuch: Buck Henry, David Newman, Robert Benton
  • Kamera: Laszlo Kovacs
  • Schauspieler: Barbra Streisand, Ryan O„Neal, Kenneth Mars, Madeline Kahn, Austin Pendleton
Mit »Is„ was, Doc?« gelingt es Peter Bogdanovich, die Screwball-Komödie der 30er Jahre wiederzubeleben.
Seine Protagonistin ist die temperamentvolle junge Studentin Judy Maxwell (Barbra Streisand), deren Mundwerk nicht stillsteht und die manchmal recht vulgär sein kann. Auf einem Kongress lernt sie den etwas unbeholfenen Musikwissenschaftler (Ryan O„Neal) kennen, der sich von ihrer exzentrischen Art zugleich angezogen und verunsichert fühlt. Sehr zum Leidwesen seiner Freundin (Madeline Kahn) erlebt er zusammen mit Judy unfreiwillig turbulente Situationen. Der spritzige Film mündet irgendwo zwischen Krimi und Liebesgeschichte in eine wahnwitzige Verfolgungsjagd.
»Is, was, Doc?« lebt von ausgefallenen Typen, symathisch-verrückten Helden, einem über alle Maßen respektlosen Humor und einer vollkommen überdrehten Handlung eine Mischung, die schon in den krisengeschüttelten 30er Jahren als ausgelassene Unterhaltung willkommen war. Der große Erfolg von Bogdanovichs Film liegt sicher auch darin, dass er sich eng an eine der besten Screwball-Komödien anlehnt, die jemals entstanden sind: »Leoparden küsst man nichte« (1938) mit Katharine Hepburn und Cary
Gran
t.
Neben Bogdanovich versuchen in den 70er Jahren auch andere Regisseure, das Genre neu zu beleben, so z.B. Peter Yates mit »Bei mir liegst du richtig« (1974) an die Qualität von »Is„ was, Doc?« reichen sie jedoch nicht heran.
  • Deutscher Titel: Yentl
  • Original-Titel: YENTL
  • Land: USA
  • Jahr: 1983
  • Regie: Barbra Streisand
  • Drehbuch: Barbra Streisand, Jack Rosenthal, nach einer Novelle von Isaac B. Singer
  • Kamera: David Watkin
  • Schauspieler: Barbra Streisand, Mandy Patinkin, Amy Irving, Nehemiah Persoff, Steven Hill
  • Auszeichnungen: Oscar 1984 für Musik
Die Handlung spielt 1904 in einem kleinen Ort in Osteuropa. Das jüdische Mädchen Yentl (Barbra Streisand) wird heimlich von ihrem Vater in der Auslegung des Talmud unterrichtet, was eigentlich dem männlichen Geschlecht vorbehalten ist. Nach dem Tod des Vaters begeht Yentl einen ungeheuerlichen Verstoß gegen Tradition und religiöses Gesetz: Als Junge verkleidet, studiert sie an der Yeshiva-Schule den Talmud. Unter ihrem neuen Namen »Anshel« zählt Yentl schnell zu den besten Schülern, gerät aber bald durch die Gefühle zu ihrem Kommilitonen Avigdor (Mandy Patinkin) in Verwirrung und neue Rollenzwänge. Als Avigdor, der der reichen Kaufmannstochter Haddas (Amy Irving) versprochen ist, von der Verlobung zurücktreten muss, drängt er Anshel, seine Stelle einzunehmen. Nach der Heirat gesteht Yentl ihre Täuschung und macht sich auf den Weg nach Amerika.
Barbra Streisand, zugleich Regisseurin, Produzentin, Drehbuchautorin und Hauptdarstellerin, verweist in diesem Musical auf soziale Zwänge, traditionelles Rollenverhalten der Zeit und auf die Kraft von Utopien. Isaac B. Singers Novelle einer friedlichen Revolte mit tragischem Ende gerät zu einem romantischen Film-Märchen.
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