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LEXIKON

Stierkampf

Tauromachie, spanisch Corrida de Toros
der Kampf von Menschen gegen Stiere; bereits im alten Ägypten, in Vorderasien und in der kretischen Kultur bekannt. Der klassische Stierkampf nach festgelegten Regeln wird heute nur noch in Spanien ausgeübt; in Portugal verläuft der Stierkampf nach ähnlichen Regeln, jedoch wird der Stier nicht getötet; in Südfrankreich wird eine unblutige Form bevorzugt; in Mittel- und Lateinamerika wird er frei gehandhabt. Der Stierkampf wird mit dem feierlichen Einzug der Stierkampfgruppe in reichen Kostümen des 17. Jahrhunderts eröffnet. Dann wird im ersten Gang der Stier durch rote Tücher (capas) der Capeadores gereizt; im 2. Gang bringt der Picador 3 Lanzenstiche im Nacken des Tiers an; danach stoßen die Banderilleros dem Stier von vorn ihre mit Widerhaken versehenen Spieße mit Fähnchen (banderillas) in den Nacken; Spieß- und Lanzenstiche sollen die Nackenmuskulatur des Stiers schwächen. Im 4. Gang tritt dem nun äußerst gereizten Stier der Torero oder Matador („Töter“) entgegen, reizt den Stier nochmals mit einem roten Tuch (muleta) zu einer bestimmten Reihe von Passagen und dirigiert ihn in die geeignete Position, um ihn durch einen Stich des Stoßdegens (espada) zwischen Schulterblättern und Wirbelsäule zu töten. Danach wird der tote Stier im Triumph durch die Arena gezogen.
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