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LEXIKON

Shaw

George Bernard, englisch-irischer Dramatiker, * 26. 7. 1856 Dublin,  2. 11. 1950 Ayot St. Lawrence, Hertfordshire; begann als Kunst- und Musikkritiker, wurde ein führendes Mitglied der sozialreformerischen „Fabian Society“; eroberte sich dann die Bühnen der Welt mit ketzerischen und witzigen Stücken, in denen er voll Lust am Paradoxen den gesunden Menschenverstand über die Konventionen der Gesellschaft triumphieren ließ. Dank der Brillanz des Dialogs und der provokativen Kraft der intellektuellen Auseinandersetzung bewahren seine Dramen ihre Frische trotz der Zeitbedingtheit der in ihnen propagierten evolutionären Ideen. Dramatisches Hauptwerk: „Frau Warrens Gewerbe“ 1893, deutsch 1904; „Helden“ 1894, deutsch 1903; „Candida“ 1895, deutsch 1903; „Der Teufelsschüler“ 1897, deutsch 1903; „Caesar und Cleopatra“ 1901, deutsch 1904; „Mensch und Übermensch“ 1903, deutsch 1907; „Der Arzt am Scheideweg“ 1906, deutsch 1909; „Pygmalion“ 1913, deutsch 1913; „Die heilige Johanna“ 1923, deutsch 1924; „Der Kaiser von Amerika“ 1929, deutsch 1929; Prosaschriften: „Ein Ibsenbrevier“ 1891, deutsch 1908; „Wegweiser für die intelligente Frau zum Sozialismus und Kapitalismus“ 1928. Shaw erhielt 1925 den Nobelpreis für Literatur.
Shaw, George Bernhard
George Bernard Shaw
Düstere Prognose am Vorabend des Ersten Weltkrieges
Düstere Prognose am Vorabend des Ersten Weltkrieges
Die Pariser Wochenschrift "Le Monde Illustré" initiierte eine Umfrage unter prominenten Politikern und Künstlern in Europa über den Krieg. In ihrer Ausgabe vom 15. Februar veröffentlicht die "Frankfurter Zeitung" einen Abdruck der Antwort des irischen Schriftstellers George Bernard Shaw, der zu den Mitbegründern der sozialistischen Bewegung in Großbritannien zählte.(nachstehend Auszüge):

"Der Krieg ist keine Notwendigkeit, sondern ein Sport. Er ist sogar der höchste Sport, weil sowohl Menschen wie Tiere dabei getötet werden. Wie alle Sportarten ist auch der Krieg durch einen Gesetzkodex reglementiert, und der Zweck dieser Gesetze ist, die grausamen Möglichkeiten dieses Sports in den Grenzen des Erträglichen einzuengen. Der Gebrauch von Explosivkugeln ist verboten, die Nichtkombattanten werden verschont, die Plünderung und der Raub sind formell untersagt, die Dienste des Roten Kreuzes organisiert und geschützt, und von Zeit zur Zeit werden in Genf oder in Haag Konferenzen abgehalten, um die Schönheit des Sports durch neue Beschränkungen seiner missfälligen Seiten zu enthalten ... von dem Augenblick an, da die französische Revolution aus dem Krieg eine demokratische Angelegenheit machte, hat sich eine sehr vulgäre Tendenz kundgegeben, diesen Sport ernst zu nehmen, was dahin führte, dass man heute den Feind zu vernichten sucht, anstatt eine Armee im Schlachtspiel zu schlagen
... Bismarck brachte eine neue Note, die als zynisch galt: Die von Blut und Eisen ... Bismarck war noch ein Gemütsmensch verglichen mit den englischen Offizieren, die im Burenkrieg kommandierten und mit den Amerikanern, die auf den Philippinen Krieg führten. Und diese wiederum waren noch Philanthropen, wenn wir sie mit den italienischen Offizieren vergleichen, die zur Stunde mit einer so vollkommenen Logik in Tripolis ihre Sicherheit befestigen, indem sie die Araber einfach massakrieren ...
Wenn aber diese logische Entwicklung des Krieges als eines ernsten Mittels zur Vernichtung von Nationen etwa den Gefühlen der zivilisierten Nationen widersprechen sollte, so ist es durchaus möglich, dass sie sich vereinigen, um den Krieg vollständig abzuschaffen, indem sie erklären, daß die erste Armee, die ins Feld ziehen, oder die erste Flotte, die ein Geschoss aussenden würde, von ihren vereinigten Armeen und Flotten zerstört würde. In diesem Falle - und in keinem anderen - wird der Krieg aufhören."
  • Deutscher Titel: Pygmalion, Roman eines Blumenmädchens
  • Original-Titel: PYGMALION
  • Land: Großbritannien
  • Jahr: 1938
  • Regie: Anthony Asquith, Leslie Howard
  • Drehbuch: Anatole de Brunwald, W.P. Lipscomb, Cecil Lewis, Ian Dalrymple, nach einem Bühnenstück von George Bernard Shaw
  • Kamera: Harry Stradling
  • Schauspieler: Leslie Howard, Wendy Hiller, Wilfrid Lawson
Der Phonetikprofessor Higgins (Leslie Howard) setzt seinen ganzen Ehrgeiz daran, das arme Blumenmädchen Eliza Doolittle (Wendy Hiller) zu einer Dame der Gesellschaft zu erziehen. Als Eliza sich in ihren Lehrmeister verliebt und Higgins versucht, sich ihrer Zuneigung zu entziehen, werden die Rollen getauscht und der Professor erhält Unterricht in Sachen Liebe.
Der britische Autor George Bernard Shaw wirkte selbst an der Verfilmung seines gleichnamigen Bühnenstücks mit. Regisseur Anthony Asquith drehte eine elegante Komödie, die Wendy Hiller bis dahin nur von der Bühne bekannt über Nacht zum Filmstar macht. Im Jahr 1964 wird der Stoff in einer Musical-Version unter dem Titel »My Fair Lady« neu verfilmt.
  • Erscheinungsjahr: 1913
  • Veröffentlicht: Irland
  • Verfasser:
    Shaw
    , George Bernard
  • Deutscher Titel: Pygmalion
  • Original-Titel: Pygmalion
  • Genre: Komödie in fünf Akten
Die Komödie »Pygmalion«, das populärste Stück des irischen Dramatikers George Bernard Shaw (* 1856,  1950), Literaturnobelpreisträger , wird am 16. Oktober im Burgtheater in Wien uraufgeführt, die englische Erstaufführung findet 1914 in London statt. Das erfolgreiche Werk um die Thematik der weiblichen Emanzipation und des Gegensatzes zwischen Schein und Sein wird mehrmals verfilmt (u. a. 1935 von Erich Engel und 1938 von Anthony Asquith und Leslie Howard), weltberühmt wird es 1956 durch das Musical »My Fair Lady« von Alan Jay Lerner und Frederick Loewe. Der Phonetikprofessor Henry Higgins unterrichtet aufgrund einer Wette das Blumenmädchen Eliza Doolittle, deren Gassenjargon ihm aufgefallen ist, befreit sie vom Cockney-Akzent und ihren Gossenmanieren und macht aus ihr eine gesellschaftsfähige Dame, wobei für ihn einzig das Experiment im Vordergrund steht, während ihm Eliza als Mensch gleichgültig ist (»Wenn ich mit ihr fertig bin, können wir sie ja in die Gosse zurückstoßen«). Aber Eliza empört sich gegen die Experimentierhaltung von Higgins, beginnt ihre eigene Persönlichkeit zu entfalten und macht sich unabhängig. Zum Schluss steht Higgins vor Eliza wie der griechische Bildhauer Pygmalion, der der von ihm geschaffenen Frauenstatue restlos verfallen ist.
  • Erscheinungsjahr: 1923
  • Veröffentlicht: Irland
  • Verfasser:
    Shaw
    , George Bernard
  • Deutscher Titel: Die heilige Johanna
  • Original-Titel: Saint Joan
  • Genre: Dramatische Chronik in sechs Szenen und einem Epilog
Der irische Dramatiker George Bernard Shaw (* 1856,  1950), Rationalist und Sozialist, Literaturnobelpreisträger , deutet in seiner dramatischen Chronik »Die heilige Johanna«, die am 28. Dezember im Garrick Theatre in New York uraufgeführt wird, die Geschichte der französischen Nationalheldin Jeanne d'Arc als den Beginn einer neuen Zeit, in der Protestantismus und Nationalismus die mittelalterliche Gesellschaftsordnung abzulösen beginnen. Die legendären Elemente des Johanna-Stoffs (»Stimmen«, »Wunder«) werden rational erklärt. Die deutschsprachige Erstaufführung findet 1924 in Berlin statt.
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