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LEXIKON

Setzmaschine

Anlage zur maschinellen Herstellung des Schriftsatzes. Man unterscheidet:
1. Zeilensetz-, Gieß- und Ablegemaschine (Linotype). Die erste bekannt gewordene Maschine war die von O. Mergenthaler, 1884, Baltimore. Sie wird durch eine schreibmaschinenähnliche Tastatur bedient. Gussformen (Matrizen) werden per Tastenanschlag aus einem Magazin abgerufen, zur Zeile gesammelt und mit Letternmetall ausgegossen. Nach dem Gießen werden die Matrizen zur Wiederverwendung in das Magazin zurückgeführt.
2. Einzelbuchstaben-Setzmaschine (Monotype); um 1890 von T. Lanston in Chicago erfunden. Sie besteht aus der Tast- und der Gießeinheit. Mit dem Taster werden mit Hilfe von Pressluft Lochkombinationen gestanzt, die dem Manuskript entsprechen und den Ausschluss (Wortzwischenraum) mitregistrieren. Dieses Lochband steuert in der Gießmaschine den Matrizenrahmen und den Abguss der Einzelbuchstaben, die automatisch zur Zeile zusammengestellt werden.
3. Foto- oder Lichtsetzmaschine; sie stellt kopierfähige Schriftsätze auf Papier oder Filmmaterial her. Eine einheitliche Sprachregelung, was Foto- und Lichtsatz ist, gibt es noch nicht; beide arbeiten mit Licht. Die einfachen Maschinen haben Negativ-Vorlagen (Glas oder Film) als Schriftbildträger.
Lichtsatz
Lichtsatzsystem
Lichtsatzsystem »Digiset 400 T 20« der Firma Hell
Die neueren Setzmaschinen bzw. Belichter arbeiten mit der Kathodenstrahlröhre (CRT; Cathode Ray Tube) oder dem Laserstrahl. Bei beiden Systemen sind volle Schriftzeichen in digitaler Form gespeichert; d. h., die einzelnen Buchstaben sind nach einer Rasterform in Schwarzweißinformationen zerlegt. Diese Informationen steuern den Licht- oder Laserstrahl, der seinerseits das gewünschte Zeichen auf das Fotomaterial oder direkt auf die Druckplane „schreibt“. Für beide Systeme werden die Daten endlos erfasst, d. h., der Setzer schreibt die Daten ohne Zeilenende auf ein Speichermedium. Diese Daten durchlaufen einen Satzrechner, dem vorher die auftragsspezifischen Merkmale (Satzanweisung) eingegeben wurden. Silbentrennungen u. a. werden automatisch vollzogen. Der Rechner erstellt einen ausgeschlossenen Text, der auf einem Datenträger zur Steuerung der Belichtungsanlage dient. Diese Datenträger sind in der Regel große Magnetplattenspeicher. Die Belichtungsgeschwindigkeit liegt bei mehreren Millionen Zeichen pro Stunde. Zur Korrekturausführung werden die Daten vom Setzer von der Magnetplatte auf den Bildschirm (Terminal) gerufen und dort verändert. Diese veränderten Daten werden wieder über den Rechner verarbeitet und auf die Platte abgelegt. An solche Satzsysteme kann man Lesemaschinen anschließen, ebenso bestehen Möglichkeiten zur Datenfernübertragung und zum Anschluss an typografische Bildschirmgeräte.
Seit Ende der 1980er Jahre haben sich durch die Desktop-Publishing-Technik (DTP) die Arbeitsabläufe im grafischen Gewerbe grundlegend verändert. Leistungsfähige Computer, Scanner, DTP-Programme u. Software zur Bildbearbeitung erlauben es heute, jede Art von Publikation an einem PC-Arbeitsplatz für den Druck vorzubereiten.
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