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LEXIKON

Seeotter

[
der
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Kalan; Meerotter; Enhydra lutris
das offene Meer bewohnender, bis 1,30 m langer Marder des nördlichen Pazifik und des Behringmeers, bis 30 kg schwer; der Hals ist kurz, die Arme sind stark verkürzt, die Beine nach hinten versetzt; die Zehen tragen Schwimmhäute; das Fell ist rotbraun bis schwarz, die winzigen Ohren sind verschließbar (Robbentypus). Der Seeotter kann eine Ruhelage auf dem Rücken einnehmen, in der auch die Nahrung (Seeigel, Muscheln, Krebse, Kopffüßer und vor allem größere Raubfische), z. T. unter Werkzeuggebrauch (Aufklopfen der Schalen mit Steinen), eingenommen wird. Seeottern tauchen bis 50 m tief. Wegen ihres kostbaren Pelzes („Kamtschatkabiber“) waren die Seeotter um 1900 fast ausgerottet, bis aktive Schutzmaßnahmen der sowjetischen Behörden ihre Existenz sicherten.

Der Stein der Otter

Lange Zeit wurde die Fähigkeit zum Gebrauch von Werkzeugen allein dem Menschen zugeschrieben, doch ist ihr Einsatz auch in einigen Tiergruppen belegt. Unter den Säugetieren sind Seeotter neben den Primaten jedoch die einzigen, die bei der Nahrungssuche Werkzeug benutzen. Überall dort, wo ihr Gebiss zu schwach oder der Widerstand der Beute zu groß ist, helfen sie sich mit einem Stein, den sie geschickt mal als Hammer, mal als Amboss einsetzen.
Bis in Tiefen von 40 m kann ein Seeotter tauchen, um am Grund Muscheln und Schnecken zu suchen, und dabei schon mal 60 Sekunden unter Wasser bleiben. Nicht immer kann er seine Beute jedoch gleich an die Oberfläche transportieren, denn viele Muscheln oder Schnecken sind am Untergrund festgewachsen. Dann sind mehrere Tauchgänge erforderlich, und ein Stein muss als Hammer dienen, den der Seeotter geschickt gegen die Kante des Schalentieres schlägt, um es aus seiner Verankerung zu lösen. Mit den Vorderpfoten befördert er seine Beute zur Wasseroberfläche, wobei er gleichzeitig in einer Hautfalte unter seiner Achsel wiederum einen Stein mit sich führt. Oben angekommen, wird der Seeotter zum Rückenschwimmer und der Stein, jetzt auf seinem Bauch platziert, zum Amboss. Mit harten Schlägen auf den Stein bearbeitet er das Schalentier solange, bis der Panzer zerbricht und er an das begehrte Muskelfleisch gelangt.
In sandigen Gebieten, wo Steine fehlen, behelfen sich Seeotter mit großen Muscheln, die dann ihrerseits als Werkzeug eingesetzt werden.
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