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LEXIKON

Schuh

Fußbekleidung mit fester Sohle und geschlossenem Oberteil aus verschiedenen formbaren Materialien, auch Stiefel (Langschäfter). Die Teile des Schuhs sind ein über einen Leisten gefertigter Schaft, Versteifungen vorn und hinten (Vorder- und Hinterkappe) und der Boden aus Innensohle (Brandsohle), Laufsohle und Absatz aus Leder, Holz oder Kunststoff. Die Herstellung erfolgt heute fast ausschließlich auf Maschinen (zuerst 1813 in England, in Nordamerika seit 1820).

Arbeitsgänge

Zuerst wird der Schaft zugeschnitten (oder gestanzt), gewalkt, gesteppt, die Kanten werden abgeschärft; danach werden die Sohlen gestanzt und Schaft und Sohle miteinander verbunden: der Schaft wird durch einen Riemen (Rahmen) an die Brandsohle geheftet, die Laufsohle am Rahmen befestigt; der Schaft wird auf die Brandsohle gezwickt, die Laufsohle an Schaft und Brandsohle genäht; der Schaft wird auf den Laufsohlenrand gezwickt, dann durchgenäht; die Gummisohle wird an den Schaft vulkanisiert.

Geschichtliches

Schuhe sind bereits seit dem Altertum bekannt: in Kleinasien als Schnürschuh, bei den Kelten und Germanen als Bundschuh getragen. Im Spätmittelalter kamen die Schnabelschuhe auf, die sich im 16. Jahrhundert zu den vorne breiten Kuhmaulschuhen entwickelten. Daneben gab es besonders in der spanischen Mode die Spangenschuhe, die bis ins 18. Jahrhundert mit Absatz für beide Geschlechter üblich waren. In der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts kamen die weit ausgeschnittenen, flachen sog. Escarpins in Mode, die für Frauen zusätzlich mit Kreuzbändern versehen waren, in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts setzten sich Schnürhalbschuhe und Stiefeletten mit Knopfverschluss, später mit Haken durch. Heute sind die verschiedensten Formen (Pumps, Schnürhalb- und Schlupfschuhe, Mokassins, Trachtenschuh, Stiefeletten und hoch schaftige Stiefel) verbreitet, die der übrigen Mode angepasst sind.
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