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LEXIKON

Schauspieler

hauptberuflich tätiger Darsteller von Rollen in Filmen und Theateraufführungen. Der Zugang zum Beruf ist prinzipiell frei, führt aber in der Regel über staatliche oder private Schauspielschulen mit einer Prüfung vor einer gemeinsamen Kommission des Deutschen Bühnenvereins und der Genossenschaft deutscher Bühnenangehöriger.
Die Schauspieler im antiken Theater Griechenlands und Roms genossen ein relativ hohes gesellschaftliches Ansehen. Das kirchliche Theater des Mittelalters wurde von Laien getragen. Das Berufsschauspielertum bildete sich in den meisten europäischen Ländern zwischen dem 15. und 16. Jahrhundert heraus: durch die Commedia dellArte in Italien, in England durch das Elisabethanische Theater, in Frankreich durch die Comédie Française und Molière. Dem Beispiel englischer Wandergruppen folgend, bildeten sich in Deutschland seit dem 17. Jahrhundert Schauspieltruppen, die mit derben „actiones“ über Land reisten und als fahrendes Volk sozial geächtet waren. Erst die Bindung einzelner Gruppen an das höfische Theaterwesen im 18. Jahrhundert hob ihr künstlerisches Niveau und ihr soziales Prestige. Die Dramatik der Klassik, des Naturalismus und des Realismus sowie der wachsende Einfluss bedeutender Regisseure von Georg von Meiningen bis M. Reinhardt führten zu einer subtilen Differenzierung der Kunst des Schauspielers im 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Während die frühen Schauspieler im Wesentlichen Possenreißer waren, später vor allem auf Deklamation und typisierende Rollenfächer beschränkt blieben, verfügen sie heute als Charakterdarsteller über hohe Sprechkultur, genaue Körperbeherrschung und psychologische Gestaltungskraft. Ob der Schauspieler hinter seine Rolle zurücktreten oder seine eigene Psyche in deren Gestaltung einbringen soll, gehört nun zu den zentralen Fragen seiner Kunst. Während einzelne Stars hohes Ansehen und materielle Sicherheit genießen, sind das Prestige und die Einkommensverhältnisse des gesamten Standes noch immer nicht befriedigend zu nennen.
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