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LEXIKON

Salafismus

Salafija
im 19. Jahrhundert entstandene islamische Reformbewegung mit dem Ziel, den Islam aus der Erstarrung einer mittelalterlichen Gesetzesreligion und von abergläubischen Auswüchsen zu befreien; die Bewegung verbreitete sich u. a. in Ägypten, Syrien und Marokko. Der Salafismus ist der Auffassung, der Islam könne durch die Rückkehr zu den Quellen (Koran und Sunna) sowie der Orientierung an den ersten Generationen der islamischen Gemeinde (den „redlichen Altvorderen“, arabisch salaf) wieder zu neuer Authentizität gelangen. Dabei wurden zunächst westliche Erkenntnisse und Anschauungen mit dem Ziel der Modernisierung islamisch geprägter Gesellschaften integriert. Seit dem ersten Drittel des 20. Jahrhunderts verlor der klassische Salafismus zunehmend an Bedeutung. Seit den 1980er Jahren wurde der Begriff von unterschiedlichen konservativen und fundamentalistischen Strömungen und Gruppierungen vor allem in Indonesien, Indien, Nordafrika und den Staaten des Nahen Ostens (von dort ausgehend neuerdings auch in Europa) als Eigenname benutzt, wobei allein die Forderung nach radikaler Rückbesinnung auf einen ursprünglichen Islam Bezugspunkt wurde.
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