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LEXIKON

SADC

Abkürzung für englisch Southern African Development Community, am 17. 8. 1992 in Windhoek (Namibia) gegründete Organisation zur ökonomischen und politischen Entwicklung des südlichen Afrika mit Sitz in Gaborone (Botswana), die auf den 1980 von neun Staaten der Region (Angola, Botswana, Lesotho, Malawi, Mosambik, Sambia, Simbabwe, Swaziland, Tansania) gegründeten, losen Kooperationsrahmen der SADCC (englisch Southern African Development Coordination Conference) zurückgeht, mit dem der wirtschaftlichen Abhängigkeit vom damaligen Apartheidsregime in Südafrika entgegnet werden sollte. Nach Ende der Apartheid in Südafrika setzt sich die 15 Mitglieder umfassende SADC (SADCC-Miglieder sowie Demokratische Republik Kongo, Madagaskar (2009 suspendiert) , Mauritius, Namibia, Seychellen, Südafrika) das Ziel, das gemeinsame Potenzial in der Region für die Schaffung von ökologisch nachhaltigem, ökonomisch stabilem Wohlstand, die Verbesserung des Lebensstandards in allen Staaten, die Sicherung von Freiheit, sozialer Gerechtigkeit sowie von Frieden und Sicherheit zu nutzen, indem die wirtschaftliche, politische und technologische Zusammenarbeit intensiviert wird.
Der dafür geschaffene, ursprünglich strikt dezentrale Organisationsansatz mit 21 unabhängigen thematischen Kooperationsbereichen wurde 2001 abgelöst von einer klareren Struktur mit vier Direktoraten, die dem nunmehr für die Programmkontrolle zuständigen Sekretariat unterstehen. Die programmatischen Entscheidungen trifft der einmal jährlich stattfindende Gipfel der Staats- und Regierungschefs (Summit), dessen Arbeit vom Ministerrat vor- und nachbereitet wird. Besondere Bedeutung hat außerdem das 1996 geschaffene Organ for Politics, Defence and Security (OPDS), das sich um die sicherheits- und verteidigungspolitische Kooperation bemüht, sowie das nach jahrelangen Blockaden seit 2005 arbeitende SADC-Tribunal, das in Streitfällen und Konflikten schlichten soll.
Nach anfänglichen Hoffnungen auf die Entwicklung für alle gewinnbringender Programme zur Intensivierung der wirtschaftlichen und politischen Kooperation in der Region stellten sich nationale Krisen (z. B. Bürgerkrieg in der Demokratischen Republik Kongo), politische Rivalitäten sowie ökonomische Ungleichgewichte (vor allem zwischen Simbabwe und Südafrika) und generelle Entwicklungsprobleme im Zuge der Globalisierung als Hindernis für den geplanten Aufbruch im südlichen Afrika dar. Die Wandlung Simbabwes unter seinem Präsidenten Robert Mugabe vom Vorreiter der Befreiung zum Problemfall für alle SADC-Mitglieder blockiert zudem Fortschritte grundlegend. Das Festhalten an den ökonomischen Zielen einer Zollunion (ursprünglich 2010, dann unbefristet verschoben), eines gemeinsamen Marktes (bis 2015) und einer gemeinsamen Währung (bis 2018) zeigt angesichts der 2008 bereits weitgehend realisierten Freihandelszone den Willen aller, trotz Schwierigkeiten die wirtschaftliche Integration im Sinne des 2003 beschlossenen Regionalen Strategischen Entwicklungsplans voranzutreiben.
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