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LEXIKON

Sachsenspiegel

Sachsenspiegel
Der 1221 auf Latein und 1224 in deutscher Fassung entstandene Sachsenspiegel bildete die Grundlage der Rechtsprechung im Deutschen Reich und blieb in einigen Gegenden bis etwa 1900 maßgeblich:

I, 35. Jeglicher Schatz, der unter der Erde begraben liegt, tiefer denn ein Pflug geht, gehört der königlichen Gewalt.

I, 42. Vor seinen Tagen und nach seinen Jahren mag ein Mann wohl einen Vormund haben, wenn er dessen bedarf, und mag ihn wohl entbehren, wenn er will ... Über 21 Jahre ist der Mann zu seinen Tagen gekommen, über 60 Jahre ist er über seine Tage gekommen.
II, 13. Den Dieb soll man hängen. Geschieht aber in einem Dorfe des Tages ein Diebstahl, der weniger als drei Schillinge beträgt, den mag der Bauermeister (Vorsteher) wohl richten desselbigen Tages zu Haut und Haar (Erschlagen des Diebes)... Alle Mörder und die den Pflug oder Mühlen oder Kirchen oder Kirchhöfe berauben und Mordbrenner... die soll man radebrechen. Die einen Mann erschlagen oder fangen oder berauben ... und den Frieden brechen und beim Ehebruch ergriffen werden, denen soll man das Haupt abhauen... Welcher Christenmann ungläubig ist oder mit Zauberei umgeht oder mit Giftmischerei und des überführt wird, den soll man auf dem Scheiterhaufen verbrennen."
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