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LEXIKON

Rossellni

Roberto, italienischer Filmregisseur, * 8. 5. 1906 Rom,  3. 6. 1977 Rom; Vater von Isabella Rossellini; prägte den sog. neorealistischen Filmstil der Italiener mit „Rom, offene Stadt“ 1945 und „Paisa“ 1946; weitere Filme: „Stromboli“ 1949; „Europa 51“ 1952; „Angst“ 1954; „Der falsche General“ 1959; „Schwarze Seele“ 1961; „Der Messias“ 1975 u. a.
Rossellini, Roberto
Roberto Rossellini
  • Deutscher Titel: Rom, offene Stadt
  • Original-Titel: ROMA CITTA APERTA
  • Land: Italien
  • Jahr: 1945
  • Regie: Roberto Rossellini
  • Drehbuch: Sergio Amidei, Federico
    Fellin
    i, Roberto Rossellini
  • Kamera: Ubaldo Arata
  • Schauspieler: Anna Magnani, Aldo Fabrizi, Marcello Pagliero, Maria Michi
Roberto Rossellini stellt am 24. 9. 1945 seinen Film »Rom, offene Stadt« vor, der die Filme des »Neorealismus« nachhaltig prägt.
Die Stadt ist von deutschen Truppen besetzt. Um Manfredi (Marcello Pagliero) hat sich eine Widerstandsgruppe gebildet, die illegale Druckerzeugnisse herstellt, Verfolgte versteckt und auf eine baldige Befreiung hinarbeitet. Im Zentrum der Geschichte stehen der Drucker Marcello (Vito Annicchiarico) und seine Freundin Pina (Anna Magnani) sowie der mutige Priester Don Pietro (Aldo Fabrizi), der einem deutschen Deserteur Unterschlupf gewährt. Fast alle Personen gehen durch ihren Widerstandskampf zugrunde.
Der Film wurde auf den Straßen Roms gedreht. Außer Anna Magnani und Aldo Fabrizzi waren nur Laienschauspieler im Einsatz, die ihre Erfahrungen mit den deutschen Besatzern darstellen. Durch ihr Spiel gewinnt der Film halbdokumentarischen Charakter. Laienschauspieler, Authentizität und die Darstellung schockierender Ereignisse wie der Folterungen werden durch Rossellinis Arbeit zu Merkmalen des »Neorealismus«, dessen höchster Wert die naturalistische Abbildung der Wirklichkeit ist.
  • Deutscher Titel: Paisa
  • Original-Titel: PAISA
  • Land: Italien
  • Jahr: 1946
  • Regie: Roberto Rossellini
  • Drehbuch: Federico
    Fellin
    i, Roberto Rossellini
  • Kamera: Otello Martelli
  • Schauspieler: Carmela Sazio, Maria Michi, John Kitzmiller
In dem sechsteiligen Episodenfilm schildert Roberto Rossellini die Befreiung Italiens. Die Episoden sind chronologisch geordnet und zeigen an Einzelschicksalen Leid, Tod, Unverständnis und Zerstörung.
Ein US-Soldat erlebt eine Romanze mit einer Sizilianerin, bis beide von Deutschen erschossen werden; in Neapel flieht ein G. I. angesichts des Elends der Bevölkerung; eine römische Prostituierte sieht ihren einst geliebten Amerikaner wieder, der sie nicht erkennt; die Krankenschwester Harriet kehrt in ihre Studienstadt Florenz zurück und erhält die Nachricht vom Tod ihrer Jugendliebe; in der Romagna erfahren drei alliierte Feldprediger die Zurückweisung katholischer Mönche, weil unter ihnen ein Jude und ein Protestant ist; ein US-Soldat wird im Po-Delta von deutschen Soldaten ermordet, weil er sich gegen die Erschießung italienischer Partisanen wehrt.
Rossellini liefert ein dokumentarisches Bild der verworrenen Situation in Italien während der letzten Monate des Krieges. Der Einsatz von Laiendarstellern, die Dreharbeiten an Originalschauplätzen und sein exakter Regiestil geben »Paisa« große Authentizität.
  • Deutscher Titel: Stromboli
  • Original-Titel: STROMBOLI, TERRA DI DIO
  • Land: Italien
  • Jahr: 1949
  • Regie: Roberto Rossellini
  • Drehbuch: Roberto Rossellini
  • Kamera: Otello Martelli
  • Schauspieler: Ingrid Bergman, Mario Vitale, Renzo Cesana
»Stromboli« ist der erste gemeinsame Film des Neorealisten Roberto Rossellini und des Hollywoodstars . In den USA wird er sowohl von den Kinoketten wie auch vom Publikum quasi boykottiert, weil die Ehe zwischen dem Katholiken und der geschiedenen Protestantin als »unmoralisch« gilt.
»Heimat« ist ein zentraler Begriff in Rossellinis Werk. Die bei Kriegsende in einem italienischen Flüchtlingslager lebende Litauerin Karin Bjorsen (Ingrid Bergrnan) hat kein Geld, um das Lager zu verlassen. Sie begegnet dem italienischen Soldaten Antonio (Mario Vitale), der spontan um ihre Hand anhält. Sie heiratet ihn, um aus ihrem Gefängnis zu entkommen, und begleitet ihn auf seine Heimatinsel Stromboli.
Auf der kargen Vulkaninsel fühlt sie sich verloren. Sie begegnet den Einheimischen zurückhaltend und wundert sich, dass viele von ihnen in der Welt herumgekommen sind. »Warum sind sie dann hier?« fragt sie, und immer lautet die Antwort »Weil ich hier geboren bin.« Als sie das Haus Antonios neu einrichtet, verprügelt er sie, weil sie sein Heim verändert hat. Die Geschichte gipfelt in einer religiös ambitionierten Sequenz, als Karin bei einem Fluchtversuch den Vulkan erklimmt, ohnmächtig wird und beim Erwachen Gott um Hilfe und Erklärung anruft.
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