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LEXIKON

römische Religion

ursprünglich eine (nur erschließbare) Bauern- und Hirtenreligion mit den Hauptgöttern Jupiter, Mars, Quirinus und einer Vielzahl von Sondergöttern des Berufs und der Natur (Penaten: die Hausgötter; Janus für die Tür; Vesta für den Herd; Terminus für den Acker; Insitor für das Säen); neben dem Hauskult gab es den Staatskult. Das Kennzeichen dieser Religion war die Pflicht zur strengen Einhaltung der kultischen Gebräuche und Riten, die weitgehend magische Bedeutung hatten. Die römische Religion diente, dem nüchtern-praktischen Sinn der Römer entsprechend, der Verwirklichung praktischer Zwecke. Die erste Überfremdung erlebte die römische Religion durch die etruskische Religion (der Feuergott Vulkan; die Götterdreiheit Jupiter, Juno, Minerva wurde nach etruskischem Vorbild gestaltet; etruskischer Schöpfung waren Tempel und Götterbilder); eine zweite umwälzende Überfremdung durch den Einfluss der überlegenen griechischen Religion und Mythologie. Sie brachten eine Vielzahl von neuen Göttern mit (Apollon, Demeter, Hermes u. a.), die den alten zugeordnet bzw. mit ihnen identifiziert wurden (JupiterZeus, JunoHera, NeptunPoseidon, MinervaAthene). In spätantiker Zeit wurden auch orientalische Kulte (Magna Mater, Isis, Attis, Serapis, Mithras) in Rom heimisch, die, zusammen mit dem Christentum, zur Auflösung der römischen Religion führten.
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