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LEXIKON

Psychiatrie

[
griechisch
]
ein medizinisches Fachgebiet, das sich mit der Erkennung und Behandlung seelischer Störungen (Psychosen, Neurosen u. a. seelischen Krankheiten) befasst. Entsprechend der Vielfalt der vorkommenden psychischen Störungen und deren menschlichen und gesellschaftlichen Auswirkungen gibt es viele verschiedene Spezialgebiete in der Psychiatrie: klinische Psychiatrie, forensische (gerichtliche) Psychiatrie, Sozialpsychiatrie, Kinder- und Jugendpsychiatrie u. a. Andere Unterteilungen beziehen sich auf die (überwiegende) Art der psychiatrischen Arbeit: Anstaltspsychiatrie, Psychotherapie, Pharmakopsychiatrie (Behandlung mit speziellen Arzneimitteln, den Psychopharmaka) oder auf die theoretischen Grundlagen: anthropologische Psychiatrie, endokrinologische Psychiatrie und Psychosomatik, Psychohygiene, Psychopathologie, biologische Psychiatrie, Ethnopsychiatrie u. a.

Geschichte

Die moderne Entwicklung der Psychiatrie begann im Zeitalter der Aufklärung, als J. G. Langermann 1796 erstmals rein ärztliche Grundsätze zur Geisteskrankenbehandlung aufstellte; mit den Namen der großen Psychiater P. Pinel, seines Schülers J. E. D. Esquirol in Frankreich und J. Conolly in England sind wesentliche Änderungen in der bis dahin strengen, vielfach grausamen Behandlung der „Irren“ verbunden. In Deutschland folgte ihnen W. Griesinger, der 1845 eine Theorie der körperlichen Ursachen psychologischer Störungen und Krankheiten aufstellte, während andere Ärzte seelische Faktoren in den Vordergrund stellten, z. B. der Franzose J. M. Charcot. K. L. Kahlbaum lieferte 1863 eine „Gruppierung der psychischen Krankheiten“. Mit der modernen Psychiatrie sind die Namen von E. Kraepelin, S. Freud, E. Bleuler und E. Kretschmer untrennbar verbunden.
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