wissen.de
Total votes: 54
LEXIKON

polnische Kunst

Malerei

Die polnische Buchmalerei des 13. und 14. Jahrhunderts war stark von Frankreich und Italien beeinflusst. Russische Maler, die um 1400 von König Władysław Jagiełło berufen wurden, führten byzantinische Stilformen in Polen ein (Fresken der Kathedrale von Wawel und im Schloss von Lublin). In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts wuchs der Einfluss der deutschen Kunst: Die Jagiellonen bestellten ihre Porträts vor allem in der Cranach-Werkstatt; A. Dürer und H. von Kulmbach hielten sich in Krakau auf. Im 17. und 18. Jahrhundert herrschten italienische und niederländische Einflüsse vor. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts entstand eine eigenständige, romantische Malerschule (A. Orłowski, M. Płoński u. a.). Individualist unter den Romantikern war P. Michałowski mit seinen bewegten, stimmungsvollen Tierbildern, Genre- und Schlachtenszenen. Um 1850 entwickelte sich mit H. Rodakowski und J. Matejko eine nationale Historienmalerei, der einige Jahrzehnte später mit J. Stanisławski und A. Gierymski eine Landschaftsmalerei in der Art des französischen Impressionismus folgte. Stanisław Wyspiański und J. Malczewski vertraten den Symbolismus.
Die polnische Malerei der Gegenwart hat nach einigen Jahren staatlich reglementierter Kunst (19491955) den Anschluss an westliche Stilströmungen gefunden. Mit den Werken von M. Jarema, T. Kantor u. a. leistete Polen einen beachtlichen Beitrag zur abstrakten Malerei. Hervorragende Leistungen von internationalem Rang erreichte die moderne polnische Gebrauchsgrafik, besonders die Plakatkunst (J. Lenica u. a.) und die Buchillustration.
  1. Einleitung
  2. Architektur
  3. Plastik
  4. Malerei
Total votes: 54