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LEXIKON

Polen kritisiert Deutschordensstaat

Polen kritisiert Deutschordensstaat
Nach der polnisch-litauischen Vereinigung 1386 verschärft sich Polens Frontstellung gegen den expansiven Deutschen Orden in von Polen beanspruchte Gebiete. Der Gelehrte Paulus Vladimiri fasst die ideologischen Argumente gegen die als Bekehrungsmission verbrämte Ostexpansion des Ordens in 52 Punkten zusammen:

1. Wenn auch die Heiden keine Schafe der Kirche sind, so sind sie doch zweifellos als Geschöpfe Schafe Christi.

3. Christliche Fürsten dürfen keine Juden und andere Heiden ohne gerechte Ursache aus ihren Wohnsitzen vertreiben oder sie berauben.
5. Es ist unerlaubt, den Heiden... ihre Herrschafts-, Besitz- und gerichtsrechte wegzunehmen, die sie ohne Sünde und von Gott als Urheber verliehen besitzen.
27. Der [deutsche[ Kaiser kann keine Erlaubnis geben, die Länder der Heiden zu besetzen...
28. Die kaiserlichen Privilegien für die Kreuztragenden von Preußen [der Deutsche Orden] und andere zur Besetzung der Heidenländer geben den Empfängern kein Recht, sondern täuschen die Christgläubigen, da derjenige, der nichts hat, auch nichts geben kann.
29. Die Kreuztragenden von Preußen [der Deutsche Orden], die mit friedlichen Heiden kämpfen, oder besser: sie angreifen, führen mit diesen keinen gerechten Krieg.
31. Es ist unerlaubt, die Heiden mit Waffen oder Bedrückung zum Glauben zu zwingen.
33. Es ist ein völlig unerträglicher Irrtum, dass Christen bei diesen Kreuzztragenden...zusammenströmen, um Hilfe beim Angriff auf friedfertige Heiden zu leisten, nur weil diese Heiden sind...
43. Wenn man die Einflle der Kreuzträger ins Heidenland oder ihr anderes Betreiben kriegerischer Geschäfte betrachtet, so ist dies als eine Art von Aberglauben zu beurteilen und nicht als ein Werk der Frömmigkeit."
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